Welle der Solidarität für schwer kranken Thierry Goor aus Astenet

<p>Claudia Rentmeister und Thierry Goor kämpfen derzeit vor Gericht um die Kostenübernahme der Behandlung.</p>
Claudia Rentmeister und Thierry Goor kämpfen derzeit vor Gericht um die Kostenübernahme der Behandlung. | Foto: Ralf Schaus

Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit beherrschten bis vor kurzem noch den Alltag von Claudia Rentmeister und ihrem schwer kranken Mann Thierry Goor. Inzwischen hat die Familie neuen Mut gefasst, auch Dank der „unvorstellbar großen Anteilnahme so vieler Menschen. Es geht wieder etwas bergauf“, sagt Claudia Rentmeister. „Vor ein paar Wochen haben wir noch geweint, weil wir nicht mehr weiter wussten. Heute weinen wir, weil wir so wahnsinnig überwältigt sind.“

Die finanziellen Sorgen der Familie sind ein wenig kleiner geworden, seit sie ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit geteilt hat, sagt Claudia Rentmeister. „So viele Leute haben sich gemeldet, nicht direkt bei uns, aber bei unseren Geschwistern, und ihre Hilfe und Unterstützung angeboten. Die Telefone standen nicht mehr still“, erzählt sie. Auf unzählige Nachfragen hin habe sie schließlich ein Konto im Namen ihres Mannes eröffnet, auf das jeder, der die Familie unterstützen möchte, einen kleinen Beitrag überweisen kann. Der Initiator der Facebook-Gruppe „Eupen hilft“ hatte zudem Handwerker dazu aufgerufen, der Familie bei der Fertigstellung der ersten Etage ihres Wohnhauses, die sich seit langem im Rohbau befindet, zu helfen.

Thierry Goor leidet an einer seltenen Krankheit, dem Stiff-Person-Syndrom, das heftige Muskelkrämpfe auslöst und dazu führt, dass der Asteneter oft tagelang bewegungsunfähig und unter quälenden Schmerzen auf dem Sofa verharrt. Die Medikamente, die ihm Linderung verschaffen, sind in Belgien für die Behandlung seiner Krankheit nicht zugelassen, weshalb die Krankenkasse die Behandlungskosten von 2.255 Euro für dringend benötigte Infusionen alle drei Wochen nicht übernimmt. Vor Gericht versucht die Familie nun, ihr Recht auf Übernahme der Kosten durch den Solidaritäts-Sonderfonds zu erstreiten. Doch das kann dauern. Gleichzeitig sind die Ersparnisse der Familie aufgebraucht.

Dank der großzügigen Unterstützung von unzähligen Menschen aus der Region sind „die Infusionen der nächsten Wochen gesichert“, ist Claudia Rentmeister erleichtert und überwältigt zugleich: „So viele Leute haben Geld gespendet. Leute, die uns überhaupt nicht kennen und aus der Zeitung von unserer Geschichte erfahren haben. Das Geld verschafft uns etwas Luft.“ Unglaublich dankbar ist die Familie für die Anteilnahme, die ihr zuteil wird und mit der sie nicht gerechnet hätte. (sue)

Wer die Familie finanziell unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Bankkonto BE07 7430 8275 5966 überweisen. Eine Spendenbescheinigung kann nicht ausgestellt werden.

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