So kündigte die flämische Organisation Çavaria, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTQI+) einsetzt, am Montag an, eine Zivilklage einreichen zu wollen. „Es ist unsere ganze Gemeinschaft, die von diesem Verbrechen betroffen ist“, sagte Lozano Lafertin, Koordinator von Çavaria.
Die Leiche des Opfers, ein 42-jähriger Mann aus Saint-Nicolas, wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Ostflandern am Samstag in einem Park in Beveren entdeckt. Der Mann war heftig geschlagen worden.
Mehrere flämische Medien berichteten am Sonntag von einem homophoben Verbrechen, bei dem das Opfer unter dem Vorwand einer Verabredung über eine Dating-App in den Park gelockt und von drei Minderjährigen angegriffen worden sein soll. Diese Information wurde jedoch nicht von der Staatsanwaltschaft bestätigt, die sagt, dass sie „allen Hinweisen“ nachgehe. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen und werden derzeit verhört.
„Das ist abscheulich“, erklärte Lozano Lafertin am Montag. Bei diesem Verbrechen „ist nicht nur eine Person das Ziel, sondern unsere gesamte Gemeinschaft. Es wäre das zweite tödliche Opfer von Homophobie in unserem Land“, nach der Ermordung von Ihsane Jarfi in Lüttich im Jahr 2012. „Wir möchten der Familie und den Freunden des Opfers unser Beileid aussprechen und hoffen, dass sie ausreichend Unterstützung finden werden.“
Als gemeinnützige Organisation, die sich für die Rechte von LGBTQI+-Menschen einsetzt, hat Çavaria angekündigt, eine Zivilklage einzureichen, um in die derzeit laufenden Ermittlungen einbezogen zu werden. Für den Verein ist es wichtig, dass die Gesellschaft als Ganzes auf diese Tat reagiert.
Der Bürgermeister von Beveren, Marc Van de Vijver (CD&V), sagte seinerseits am Montag: „Mit Entsetzen und Erstaunen erfuhr ich die Nachricht. Ich hoffe, dass sich solche Ereignisse nie mehr wiederholen werden. Die Täter müssen verhaftet und hart bestraft werden, damit so etwas nie wieder passiert.“
„Wir sind zutiefst schockiert über die homophoben Vorfälle in Beveren. Es ist erschreckend“, twitterte Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) am Montag.
Auch Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) verurteilte die Vorfälle: „In einer erwachsenen Gesellschaft gibt es keinen Platz für homophobe Gewalt. Die Handlungen in Beveren sind völlig inakzeptabel.“ Sarah Schlitz (PS), Staatssekretärin für Gleichstellung und Chancengleichheit, twitterte: „Es ist schrecklich und inakzeptabel, dass jemand wegen der Person, die er oder sie liebt, getötet werden soll. In den kommenden Jahren wird die Regierung härter gegen Hassverbrechen vorgehen: mehr Prävention, bessere Meldemöglichkeiten und effektive Prozesse.“
Auch Außenministerin Sophie Wilmès (MR) verurteilte die Hassverbrechen in aller Deutlichkeit. „In Belgien kann unsere Geschlechtsidentität und/oder sexuelle Orientierung trotz der Fortschritte in diesem Bereich zu Gewalt und sogar zum Tod führen. Und das ist völlig inakzeptabel. Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Opfers. #Beveren.“ (belga/mv)

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