„Der bleibt einfach hängen“: Das ist Belgiens ESC-Song

<p>Die dreiköpfige Formation Hooverphonic – Sängerin Geike Arnaert, Bassist Alex Callier und Gitarrist Raymond Geerts (von links) – vertritt Belgien beim diesjährigen Eurovision Song Contest.</p>
Die dreiköpfige Formation Hooverphonic – Sängerin Geike Arnaert, Bassist Alex Callier und Gitarrist Raymond Geerts (von links) – vertritt Belgien beim diesjährigen Eurovision Song Contest. | Foto: Hooverphonic

Hooverphonic-Sängerin Geike Arnaert war am Donnerstagmorgen „Feuer und Flamme“: Die 41-jährige Flämin, die vor rund 20 Jahren mit der Band den Durchbruch schaffte, hatte gerade zum ersten Mal „The Wrong Place“ im Radio gehört. „Das ist fantastisch“, sagte Geike Arnaert, die nach ihrem Bandaustritt im Jahr 2008 erst im November des letzten Jahres wieder das Mikrofon bei Hooverphonic übernommen hatte. Auch wenn sich bis zu ihrer Rückkehr „vieles verändert“ habe, fühle sie sich in den Reihen der Band „immer noch zu Hause“.

Als die aus Poperinge (Westflandern) stammende Sängerin erfahren hatte, dass sie mit Hooverphonic Belgien beim ESC vertreten soll, „war das ein ziemlicher Schock“ – positiver Natur versteht sich. „Ich verbinde viel mit dem Wettbewerb“, erzählt Arnaert. Das ESC-Fieber hat sie schon im Alter von sechs Jahren gepackt. Damals hatte sie den Sieg von Sandra Kim, die im Jahr 1986 in norwegischen Bergen für Belgien den Titel holte, vor dem Fernsehgerät verfolgt. „Das hat mich echt beeindruckt.“

Dass Geike Arnaert und Co. bei der 65. Auflage in Rotterdam, die vom 18. bis zum 22. Mai im Eventtempel Ahoy über die Bühne geht, ähnlich erfolgreich sein können, ist in den Augen ihres Bandkollegen Raymond Geerts nicht so unwahrscheinlich: „Wenn wir eine gute Performance abliefern, ist durchaus was drin“, gibt der Gitarrist zu verstehen. Auch wenn es ambitioniert klinge, sei das Ziel der Band natürlich das Finale.

Dorthin will die Formation mit „The Wrong Place“. Für Geike Arnaert ist die Neuerscheinung ein „kompromissloses“ Stück. Auf den Musikclip, der ebenfalls am Donnerstag veröffentlicht wurde, treffen die Stichwörter „theatralisch“, „humorvoll“, „dunkel“ aber auch „absurd“ zu. Im Kern geht es in dem Lied um eine Szene aus einem nicht existierenden Film. Im Mittelpunkt steht ein schief gelaufener One-Night-Stand.

Bandkollege Alex Callier beschreibt dem Song als ein „typisch belgisches Lied“ und geht sogar so weit und behauptet, dass er Ohrwurmqualitäten habe. „Der bleibt einfach hängen“, sagt Callier – und er muss es wissen, schließlich hat er den Song geschrieben. Unterstützt wurde der 48-jährige studierte Toningenieur beim Texten von „The Voice Belgique“-Gewinnerin Charlotte Foret, die seit 2019 unter dem Künstlernamen Charles durchs Land zieht. „Charlotte und ich hatten richtig Spaß als wir geschrieben haben“, berichtet Callier. Er ist überzeugt, dass beim Komponieren „etwas Magisches“ passiert ist. Wie viel Magie tatsächlich in dem Song steckt, wird sich spätestens am Dienstag, 18. Mai, herausstellen, wenn Hooverphonic mit „The Wrong Place“ im Halbfinale des ESC auftreten wird.

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