Könige spendeten den Segen kontaktlos

<p>Über 74.000 Euro kamen in diesem Jahr bei der Sternsinger-Aktion in Ostbelgien zusammen. Foto: Lothar Klinges</p>
Über 74.000 Euro kamen in diesem Jahr bei der Sternsinger-Aktion in Ostbelgien zusammen. Foto: Lothar Klinges

Sie haben es geschafft, dass auch in dieser besonderen Zeit viele Menschen den Segen zu Beginn des neuen Jahres bekommen und Geld gespendet haben für Kinder weltweit. Dafür möchten die Sternsingerverantwortlichen Danke sagen. Die Kronenträger haben in diesem Jahr mit vielen kreativen und digitalen Ideen ein bemerkenswertes Resultat erzielt. Von Kelmis bis Ouren waren die Sternsinger in diesem Jahr digital und kontaktlos unterwegs.

Nachdem die Sternsingeraktion 2021 abgeschlossen ist und die Häuser und Wohnungen gesegnet wurden, liegt jetzt das Endergebnis vor: 74.442,13 Euro sind in Ostbelgien zusammengekommen, mit denen Kindern in Not weltweit geholfen wird. In Zeiten der Corona-Pandemie ist diese uneingeschränkte Solidarität wichtiger denn je. „Wir danken allen Sternsingern, den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Begleiterinnen und Begleitern und natürlich auch den Spendern von Herzen“, betont die Kelmiserin Marie-Christine Hoen als Mitverantwortliche der Sternsingeraktion.

Die 37. Auflage in Ostbelgien stand im Zeichen der Arbeitsmigration: „Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“. Zahlreiche Kinder, zum Beispiel in der Ukraine, wachsen ohne Vater, Mutter oder beide Elternteile auf, weil diese im Ausland arbeiten. Studien zeigen, dass die längere Abwesenheit der Eltern den Kindern emotional und sozial schadet. Sie fühlen sich verlassen und vernachlässigt, haben häufig Probleme in der Schule. Für Kinder ist es wichtig, in einem intakten Umfeld aufzuwachsen, das ihnen Halt gibt.

Für die Durchführung der Aktion wurde Ende Oktober ein umfangreiches Schutzkonzept ausgearbeitet und vorgestellt. Mitte Dezember mussten die Verantwortlichen allerdings die Empfehlung aussprechen, auf einen Besuch der Menschen an den Haustüren zu verzichten. Stattdessen setzte man gemeinsam mit den Sternsingern in den neun ostbelgischen Pfarrverbänden auf ein kontaktloses Sternsingen mit alternativen Aktionsformen: Segensbriefe und -pakete wurden verteilt, digitale Sternsingerbesuche waren natürlich möglich, in den Kirchen sangen die Sternsinger für die Kirchenbesucher.

Hier lag der Segen bereit, während in vielen Pfarrverbänden der Segen kontaktlos von Haus zu Haus verteilt wurde. Der Leitgedanke der engagierten Mädchen und Jungen in Coronazeiten blieb: „Heller denn je – die Welt braucht eine frohe Botschaft“ Die Aktion Dreikönigssingen ging somit komplett neue Wegen: kontaktlos und kreativ, solidarisch mit den Kindern in der Welt. Denn den Verantwortlichen war klar: Die Welt braucht eine frohe Botschaft – den Segen der Sternsinger, auf den sich zahlreiche Menschen zum Jahreswechsel so sehr freuen. Zugleich brauchen die Mädchen und Jungen in den Ländern der „Einen Welt“ die Unterstützung der Sternsinger. Der Begriff „Eine Welt“ wirbt im Unterschied zum Begriff der „Dritten Welt“ für ein neues Verständnis der Entwicklungszusammenarbeit steht. Die Folgen der Pandemie betreffen sie ganz besonders: Mangel an Lebensmittelversorgung, Schulschließungen, unzureichende Gesundheitsversorgung und Anstieg ausbeuterischer Kinderarbeit. Im kommenden Jahr findet am Mittwoch, 5. Januar 2022, wieder ein Empfang der ostbelgischen Sternsinger im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft (PDG) in Eupen statt. Am Mittwoch, 27. Oktober 2021, treffen sich die Begleitpersonen zur Vorbereitung der Aktion 2022 im Pfarrheim Weywertz.

Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ wurde am 2. Februar 1846 gegründet.

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ feiert in diesem Jahr seinen 175. Geburtstag. Am 2. Februar 1846 wurde das Hilfswerk in Aachen gegründet. Den Anstoß gab Auguste von Sartorius, ein 15-jähriges Mädchen, das von der Not der Kinder in China erfahren hatte. Unter dem damaligen Namen „Verein der heiligen Kindheit“ nahm die Hilfe für Mädchen und Jungen in aller Welt ihren Anfang in Aachen. Der Leitgedanke damals wie heute: „Kinder helfen Kindern!“ 1922 erhob Papst Pius IX. den Verein zum Päpstlichen Werk mit dem Namen „Päpstliches Missionswerk der Kinder in Deutschland“, heute heißt es das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘. Markenzeichen des Hilfswerks sind die Sternsinger, die jedes Jahr rund um den Jahreswechsel die Botschaft von Jesu Geburt zu den Menschen bringen und Spenden für Gleichaltrige in aller Welt sammeln.

Trotz Corona-Pandemie sammelten die Sternsinger in diesem Jahr 74.442,13 Euro. In den letzten Jahren war ein steter Anstieg der Ergebnisse der Sternsingeraktion festzustellen.

Hier die Ergebnisse der letzten zehn Jahre:

2020: 102.845,94 Euro,

2019: 100.425,18 Euro,

2018: 100.389,90 Euro,

2017: 91.285,30 Euro,

2016: 88.058,99 Euro,

2015: 84.916,10 Euro,

2014: 80.800,32 Euro,

2013: 76.779,51 Euro,

2012: 82.049,72 Euro,

2011: 79.436,00 Euro,

2010: 79.741,73 Euro.

Die Sternsingeraktionen von 2010 bis 2021 erbrachten insgesamt 1.041.170,82 Euro.

Aufgeteilt nach Pfarrverbänden (Gemeinden) ergibt sich für 2021 folgendes Bild:

Pfarrverband Eupen-Kettenis: 6.301,35 Euro,

Kelmis: 7.313,68 Euro,

Lontzen: 3.949,47 Euro,

Raeren: 4.422,66 Euro,

Amel: 12.051,21 Euro,

Büllingen: 9.116,10 Euro,

Burg-Reuland: 7.065,00 Euro,

Bütgenbach: 8.276,46 Euro,

St.Vith: 15.451,20 Euro.

Von außerhalb der DG wurden außerdem 495 Euro überwiesen.

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