Brand in stillgelegtem Tunnel in Limbourg vernichtet jüdisches Archiv

<p>Ein riesiger Berg an verbrannten Schriften fand die Feuerwehr in Limbourg vor.</p>
Ein riesiger Berg an verbrannten Schriften fand die Feuerwehr in Limbourg vor. | Foto: Zone VHP

Tonnen von Dokumenten, die am Wochenende im ehemaligen Limbourger Eisenbahntunnel verbrannt sind, stammten von einer orthodoxen jüdischen Gemeinde in Antwerpen. Das berichtet die Zeitung „La Meuse“ auf ihrer Internetseite.

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Doch warum lagerten sie in einem Tunnel? Das habe religiöse Gründe, schreibt „La Meuse“ weiter. Dort warteten die Texte darauf, zu einem späteren Zeitpunkt vergraben zu werden. Die Örtlichkeit wird seit etwa zehn Jahren von der orthodoxen jüdischen Gemeinde Antwerpen angemietet und soll bald gekauft werden. „Die Urkunden sollen bald unterzeichnet werden“, erklärte Pinkas Kornfeld, Vizepräsident des jüdischen Zentralkonsistoriums in Belgien, gegenüber „La Meuse“.

<p>Der Brand war erst nach 24 Stunden unter Kontrolle.</p>
Der Brand war erst nach 24 Stunden unter Kontrolle. | Foto: Zone VHP

Seit vielen Jahren benutzt die Gemeinde den Tunnel zur Lagerung von religiösen Schriften (darunter Kopien der Thora, des Talmuds etc.). Obschon unbrauchbar, wäre die Vernichtung der Dokumente für die Gemeinde ein Sakrileg. Sie sollen deshalb auf natürlichem Wege verfallen. „Daher die Lagerung an einem Ort, der nicht a priori für die Aufbewahrung von Archiven unter guten Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen vorgesehen ist“, heißt es bei „La Meuse“.

Traditionsgemäß müssen die Schriften eigentlich vergraben werden. „Es ist aber nicht einfach, die Erlaubnis dafür zu bekommen“, so Pinkas Kornfeld. So kam es, dass sich die Schriftensammlung im Limbourger Tunnel massiv angehäuft hat. Die Feuerwehr sprach von einem Dokumentenberg in der Größe von 300 Kubikmeter.

Die Polizei hat indes Ermittlungen aufgenommen. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise darauf, dass der Ursprung des Brandes krimineller Natur sein könnte. Der Stand der Ermittlungen deutet bis dato auf keinen antisemitischen Hintergrund hin. Möglicherweise könnten auch Jugendliche oder Kinder mit Feuer gespielt haben, heißt es bei „La Meuse“ weiter. (mv)

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