Abenteuer für Flipkens, Bonaventure, Coppejans und Minnen bereits beendet

<p>Kirsten Flipkens ist bei den Australian Open bereits ausgeschieden.</p>
Kirsten Flipkens ist bei den Australian Open bereits ausgeschieden. | Foto: belga

Kirsten Flipkens (WTA 90) zeigte sich dabei am Montag in Melbourne nicht allzu enttäuscht, nachdem sie in der ersten Runde an Venus Williams gescheitert war. Auf dem Margaret Court zeigte die 35-Jährige in ihrem ersten Match seit ihrer Verletzung am linken Knöchel beim WTA-Turnier in Abu Dhabi im vergangenen Monat einige gute Ansätze, verlor aber am Ende mit 5:7 und 2:6 gegen die älteste der Williams-Schwestern (WTA 81), die 40 Jahre alt ist.

„Hinter meinem Einsatz stand ein großes Fragezeichen, bevor ich auf den Platz ging“, so Flipkens: „Ich hatte in letzter Zeit eine Menge Pech. Ich wollte meinen Knöchel am Freitag testen, aber der Regen machte mir einen Strich durch die Rechnung. Erst gestern habe ich zum ersten Mal richtig trainieren können, mit Alison Van Uytvanck. Wir haben etwa 15 Punkte gespielt. Kurz gesagt, am Ende habe ich besser gespielt, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin zufrieden mit dem Niveau, das ich nach einem Monat mit fast keinem Tennis erreicht habe.“

Venus Williams, die ihr 88. Grand-Slam-Turnier bestreitet, erklärte nach dem Match: „Gewinnen macht immer Spaß. Wir hatten oft große Kämpfe gegeneinander. Kirsten Flipkens ist eine Spielerin, die immer schwierig zu handhaben ist, super talentiert. Sie ist unberechenbar. Man denkt, man hat die Oberhand in dem Punkt, und dann kommt sie aus dem Nichts und ändert alles. Meine Taktik war einfach: mehr Dinge tun, die gut funktionieren und weniger Dinge, die nicht funktionieren.“

Es war das 54. Match, das Venus Williams in Melbourne gewonnen hat. Sie ist die sechste Spielerin in der Geschichte, die mit über 40 Jahren bei den Australian Open antritt. Die ehemalige Weltranglistenerste, die 2003 und 2017 im Finale stand und jedes Mal von ihrer jüngeren Schwester Serena geschlagen wurde, trifft nun in der zweiten Runde auf die Italienerin Sara Errani.

Auch Bonaventure, Coppejans und Minnen scheitern.

Mit Ysaline Bonaventure ist am Montag indes die zweite Belgierin in der ersten Runde gestrandet. Die Weltranglisten-123. aus Stavelot verlor in zwei Sätzen mit 6:7 und 4:6 nach einer Stunde und 33 Minuten Spielzeit gegen die Ungarin Timea Babos (WTA 114). Bonaventure war als „Lucky Loser“ aus der Qualifikation ins Hauptfeld gerutscht.

Auch Kimmer Coppejans, neben David Goffin der einzige männliche Vertreter Belgiens, muss seine Koffer nach dem ersten Spiel packen. Der Weltranglisten-178. unterlag dem Tschechen Jiri Vesely (ATP 68) in fünf Sätzen 6:4, 3:6, 6:7 (3/7), 6:3, 6:3. Die Begegnung dauerte fast dreieinhalb Stunden. Für Coppejans war es die erste Teilnahme an den Australian Open.

Später am Morgen machte Greet Minnen (WTA 110) den belgischen Fehlstart perfekt: Sie verlor in zwei Sätzen gegen die Tschechin Petra Kvitova (WTA 8) erwartungsgemäß mit 3:6, 4:6

<p>Ysaline Bonaventure in Melbourne in Aktion.</p>
Ysaline Bonaventure in Melbourne in Aktion. | Foto: belga

Favoritinnen geben sich keine Blöße.

Die Favoritinnen haben derweil einen souveränen Turnierauftakt hingelegt. US-Open-Siegerin Naomi Osaka (23) bezwang die Russin Anastasia Pawljutschenkowa in der ersten Runde in nur 68 Minuten Spielzeit mit 6:1, 6:2, die Weltranglistenzweite Simona Halep (Rumänien) benötigte für ihr 6:2, 6:1 gegen die Australierin Lizette Cabrera sogar nur 59 Minuten.

Osaka hatte das Turnier 2019 gewonnen. Auch die 23-malige Major-Siegerin Serena Williams (USA) hatte beim 6:1, 6:1 gegen Laura Siegemund (Metzingen) keine Mühe. Die Weltranglistenerste Ashleigh Barty (Australien) und die zweimalige Turniersiegerin Wiktoria Asarenka (Belarus) greifen am Dienstag ins Geschehen ein.

Auch die French-Open-Siegerin Iga Swiatek löste ihre Aufgabe im Schnelldurchgang. Die 19 Jahre alte Polin schlug Arantxa Rus aus den Niederlanden mit 6:1, 6:3. Wenig später folgte ihr auch Bianca Andreescu, die US-Open-Siegerin von 2019. Die 20-jährige Kanadierin gewann ihr erstes Match nach langer Verletzungspause gegen die Rumänin Mihaela Buzarnescu 6:2, 4:6, 6:3.

Katastrophenstart für deutsche Damen

Aus deutscher Sicht begann der erste Grand Slam des Jahres mit gemischten Gefühlen. Alexander Zverev ist nach einem harten Stück Arbeit in die zweite Runde eingezogen. „Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt“, sagte Zverev nach dem 6:7 (8:10), 7:6 (7:5), 6:3, 6:2-Erfolg gegen den US-Amerikaner Marcos Giron: „Aber das erste Match bei einem Grand Slam ist nie einfach. Am Ende habe ich besser gespielt und bin glücklich, dass ich in der zweiten Runde bin.“

Zuvor hatte Angelique Kerber in der Margaret Court Arena ihre Schläger in die Tasche gestopft und sich mit versteinertem Gesichtsausdruck bei dem Publikum bedankt, das sie so liebt. Dann waren die Australian Open für die deutsche Nummer eins nach der 0:6, 4:6-Niederlage gegen Girons Landsfrau Bernarda Pera schon wieder beendet. Auch Laura Siegemund und Andrea Petkovic schieden aus. Für Kerber war genau das Szenario eingetreten, das die 33 Jahre alte Kielerin befürchtet hatte. „Es war nicht mein Tag“, sagte sie nach dem Match. Auch die Umstände ihrer Vorbereitung mit strikter 14-tägiger Quarantäne ohne Trainingsmöglichkeiten hätten zu dem enttäuschenden Abschneiden beigetragen. (belga/sid/mv/tf)

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