Seit Mitte Oktober steht der belgische Horeca-Sektor quasi still. Was fehlt, ist eine konkrete Perspektive. Der Sektor „stirbt“, prangert der Verband der Cafés in Belgien (FedCaf) an und macht sich im gleichen Atemzug dafür stark, die Restaurants, Cafés und Kneipen ab sofort wiederzueröffnen – spätestens am 1. April. „Es wurde keine seriöse Studie durchgeführt, die belegt, dass an diesen Orten unter der Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen, wie beispielsweise dem Tragen einer Maske beim Betreten oder Verlassen des Lokals, ein erhöhtes Risiko einer Corona-Infektion besteht“, heißt es. Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) sieht das allerdings anders. Für ihn sind Kneipen & Co. „wahre Brutstätten von Corona-Infektionen“. Eine aktuelle Analyse, die seine Aussage untermauert, hat der Minister bis dato allerdings noch nicht vorgelegt. Und trotzdem muss Hotel- und Gaststättengewerbe ihre Pforten dicht halten.
Weil die Gastronomen finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen, haben die beiden Branchenverbände „Resto Bar Bruxelles“ und „Wallonie Horeca“ zu Demos aufgerufen – natürlich allesamt coronakonform. Am Freitag hatten sich daraufhin an rund 30 Orten im Süden des Landes – unter anderem in Brüssel, Mons, Namur, Lüttich, aber auch in Bütgenbach – Köche, Kellner und Hoteliers in kleinen Gruppen versammelt, um der Politik Druck zu machen und sie zum Handeln aufzufordern. (belga/calü)
Eine ausführliche Reportage zur Demo in Bütgenbach können Sie heute Abend hier auf grenzecho.net lesen.

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