Russland: Abrüstungsvertrag mit USA ohne Bedingungen verlängert

<p>Das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt eine Rakete, die von einem Raketensystem abgefeuert wird, während des Interkontinental-Raketentests in der Anlage in Plesetsk im Nordwesten Russlands. Russland und die USA haben sich nach Kremlangaben über die Verlängerung des atomaren Abrüstungsvertrags New Start geeinigt.</p>
Das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt eine Rakete, die von einem Raketensystem abgefeuert wird, während des Interkontinental-Raketentests in der Anlage in Plesetsk im Nordwesten Russlands. Russland und die USA haben sich nach Kremlangaben über die Verlängerung des atomaren Abrüstungsvertrags New Start geeinigt. | Foto: picture alliance/dpa/Russian Defense Ministry Press Service/AP

Der New-Start-Vertrag werde um fünf Jahre ohne irgendwelche Zusätze verlängert, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch. Zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin nach seinem ersten Telefonat mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden am Dienstagabend mitteilen lassen, dass Moskau und Washington sich auf die Verlängerung geeinigt hätten. Der Vertrag über die Begrenzung von Atomwaffen wäre am 5. Februar ausgelaufen.

Die Verlängerung bis Februar 2026 sei für beide Seiten von Nutzen, sagte Rjabkow. So könnten nun bilaterale Verhandlungen für einen ganzen Komplex von Fragen der strategischen Stabilität beginnen. „Wir begrüßen die Entscheidung der Biden-Administration, unserem Vorschlag über eine fünfjährige Verlängerung zuzustimmen“, sagte er. Nach Kremlangaben waren am Dienstag die diplomatischen Noten zu der Vereinbarung ausgetauscht worden.

Das am 5. Februar 2011 in Kraft getretene Abkommen begrenzt die Nukleararsenale Russlands und der USA auf je 800 Trägersysteme und 1.550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Es war für eine Laufzeit von zehn Jahren geschlossen worden und sah die Möglichkeit einer Verlängerung vor. Im Falle einer Nichtverlängerung hätte es erstmals seit Jahrzehnten kein Abkommen mehr gegeben, das dem Bestand an strategischen Atomwaffen Grenzen setzt. Russland und die USA besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen.

Das russische Parlament – die Staatsduma – stimmte am Mittwoch einem von Putin eingebrachten Gesetz zur Verlängerung des Vertrags zu. Kurz danach billigte auch Russlands Föderationsrat das Gesetz. Es trete am Tag der Veröffentlichung in Kraft, hieß es. Putin hatte immer wieder für eine Erhaltung des Abkommens geworben und zugleich eindringlich vor einem neuen Wettrüsten gewarnt. Unter Bidens Vorgänger Donald Trump hatte Moskau zuletzt kaum noch Hoffnung auf eine Rettung des Vertrags gehabt. (dpa)

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