Vor dem Borussenduell: Zorc giftig – Unruhe in Gladbach

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Nico Elvedi und Erling Haaland kämpfen um den Ball. | Foto: dpa

Michael Zorc wurde richtig giftig. Trotz der vom eigenen Trainer Edin Terzic gestellten Mentalitätsfrage und wiederholter unnötiger Niederlagen empfand der Sportdirektor den von einem Journalisten genutzten Begriff „hoffnungsloser Fall“ für Borussia Dortmund als „Frechheit für eine Mannschaft, die in den letzten zwei Jahren relativ deutlich Vizemeister geworden ist“. Ob angemessen oder nicht, die Stimmung beim BVB ist vor dem kniffligen Rückrundenstart bei Borussia Mönchengladbach am Freitag (20.30 Uhr/ZDF) gereizt.

Die Titelchance ist angesichts von zehn Punkten Rückstand auf Serienmeister Bayern München fast schon wieder dahin, die Konkurrenz sitzt dem Tabellenvierten hingegen dicht im Nacken. Gladbach könnte mit einem Sieg vorbeiziehen. Dementsprechend ist die Gemütslage. „Wir können es sonst auch ganz sein lassen mit Kritik, wenn es so ausufert. Natürlich gibt es gewisse Verhaltensweisen, die sich wiederholen. Das muss besser werden, daran arbeiten wir“, sagte Zorc, der einräumte, „dass wir in der Liga einige Punkte unseren Vorstellungen hinterherhinken.“

Gladbach ist Dortmunds Lieblingsgegner.

Da kommt der Lieblingsgegner zur rechten Zeit. Zwölf Pflichtspielsiege in Folge feierte der BVB gegen Gladbach zuletzt. Terzic nahm die Profis nach den enttäuschenden Ergebnissen gegen Mainz (1:1) und in Leverkusen (1:2) in die Pflicht. „Wir haben das noch mal ausführlich besprochen und waren uns einig, dass das so nicht weitergeht“, sagte er über die erste Halbzeit in Leverkusen und fügte an: „Wir erwarten, dass die Spieler dann auch am Freitag anders auftreten.“

Darauf sind die Gladbacher trotz des Corona-Wirbels um Breel Embolo vorbereitet. „Wir können ein Ausrufezeichen setzen. Wir können und wollen uns oben festsetzen“, sagte Trainer Marco Rose vor dem Duell mit einem „Spitzenteam“ und „direkten Konkurrenten“. Florian Neuhaus setzt auf eine leichte Verunsicherung beim Gegner. „Dortmund hat zuletzt zwei Spiele in Folge nicht gewonnen, das ist sicherlich ungewohnt für die Mannschaft. Wir wollen diese Situation ausnutzen“, sagte Neuhaus und forderte wie schon bei den Heimsiegen gegen Leipzig und München einen „mutigen Auftritt“, denn „Dortmund mag es gar nicht, wenn das gegnerische Team den Ball hat“.

Unruhe wegen der Embolo-Affäre

Bei den in diesem Jahr in vier Spielen noch unbesiegten Gladbachern (drei Siege) herrscht aber Unruhe. Embolos von der Polizei angenommene Teilnahme an einer in Corona-Zeiten illegalen Party lenkt von den sportlichen Zielen ab. Dennoch kehrt der Schweizer Stürmer ebenso wie Marcus Thuram (Rotsperre nach Spuckattacke) in den Kader zurück. „Für uns gibt es keinen neuen Sachstand. Das Thema ist eines für Breels Anwälte. Für uns ist klar, dass er im Kader ist“, sagte Rose.

Allerdings hat eine Person aus dem Umfeld des 23-Jährigen offenbar versucht, den Corona-Eklat mit einer Spende aus der Welt zu schaffen. Aus „dem befreundeten Umfeld von Breel Embolo“ sei eine „Kontaktaufnahme“ zum Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) erfolgt, bestätigte Pressesprecherin Silke Lenz dem SID. Der Bekannte von Embolo wollte einen Termin bei Kufen erhalten, um eine Summe für einen karitativen Zweck zu spenden. „Das ist angesprochen worden“, sagte Lenz. Es habe aber „kein Treffen stattgefunden“ und es stehe auch „kein Treffen an“.

Ob schon ein Treffen zwischen den BVB-Verantwortlichen und Rose stattgefunden hat, ist unklar. „Ich möchte mich nicht zu Spekulationen äußern“, sagte der 44-Jährige. Rose steht bei den Dortmundern nach der Trennung von Lucien Favre weit oben auf dem Wunschzettel. Sein Vertrag läuft noch bis Juni 2022, er enthält aber eine Ausstiegsklausel. (sid/tf)

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