Erneut Kämpfe in Darfur im Sudan: Mindestens 55 Tote

<p>Erneut Kämpfe in Darfur im Sudan: Mindestens 55 Tote</p>
Symbolbild: dpa

Zu den Zusammenstößen sei es am Sonntag in der Nähe des Ortes Gereida gekommen, nachdem ein Hirte getötet worden sei. Zwischen Mitgliedern der beiden Bevölkerungsgruppen – die einen sind primär Bauern, die anderen Hirten – hat es in der Vergangenheit immer wieder Kämpfe gegeben.

Darfur ist seit Jahren unruhig. Dort brach 2003 ein Konflikt zwischen Bevölkerungsgruppen, die mehr politische Mitbestimmung forderten, und der Regierung des damaligen Präsidenten Omar al-Baschir aus. Regierungskräfte und die verbündete arabische Miliz Dschandschawid gingen brutal gegen die Bevölkerung vor, Schätzungen zufolge wurden 300.000 Menschen getötet. Al-Baschir wurde 2019 gestürzt und jüngst einigte sich die Übergangsregierung mit mehreren Rebellengruppen, darunter einige in Darfur, auf ein Friedensabkommen.

Daraufhin wurde die UN-Mission in Darfur (Unamid) Ende vergangenen Jahres beendet; bis Mitte dieses Jahres sollen die Blauhelme abziehen. Stattdessen soll eine neue UN-Mission (Unitams) nun den Aufbau der Demokratie und den Friedensprozess im Sudan unterstützen. Daran beteiligt sich auch Deutschland. Allerdings kommt es immer wieder in Darfur zu Gewalt. Erst am Wochenende griffen Milizen die Stadt Al-Dschunaina im Bundesstaates West-Darfur an; dabei wurden einem Ärzteverband zufolge 129 Menschen getötet.

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