Der Abgang von Ivan Leko nach China ist mittlerweile beschlossene Sache: Der 42-jährige Kroate hat bei Shanghai SIPG einen Vertrag über zwei Jahre Laufzeit unterschrieben. Nur ein halbes Jahr dauerte sein Engagement somit beim ältesten Verein Belgiens – doch das war äußerst erfolgreich: Pokalsieg im Sommer, ein guter Saisonstart in der 1. Division (zeitweise mit Tabellenführung) und natürlich das aufsehenerregende Abschneiden in der Europa League. Dort erreichte Antwerp unter anderem dank eines Sieges über die Tottenham Hotspur (1:0) das 1/16-Finale, wo es im Februar auf den österreichischen Wolfsberger AC trifft. Das blieb auch im fernen Osten nicht unbemerkt, es folgte ein Millionenangebot aus Shanghai für Ivan Leko. Beim chinesischen Meister von 2018 wird er ab sofort unter anderem den brasilianischen Nationalspieler Oscar und den Ex-Bremer Marko Arnautovic trainieren – und einiges mehr verdienen als in Antwerpen.
Einen Nachfolger für Leko hat der FC Antwerp noch nicht bekanntgegeben, Gerüchten zufolge soll Ex-Nationaltrainer Marc Wilmots ein Thema bei „The Great Old“ sein. Laut Vereinsangaben will man jedenfalls einen „großen Namen“ als Nachfolger von Leko verpflichten.
Doch gibt es auch in den Spielerreihen ordentlich Zündstoff. Denn Didier Lamkel Zé (24) will weg – und das unbedingt. „Lasst mich gehen“, gibt der Linksaußen deutlich zu verstehen. Im Sommer 2018 vom französischen Zweitligisten Chamoir Niort nach Antwerpen gekommen, zählte er in der vergangenen Saison unter Laszlo Bölöni noch zu den Stammspielern.
„Da wusste ich, dass mein Platz nicht mehr hier ist.“
Unter Ivan Leko nahm der kamerunische Nationalspieler, der für Antwerp bislang insgesamt elf Mal traf und neun weitere Tore auflegte, allerdings kaum mehr eine Rolle ein. Seit dem 18. Oktober stand er in der 1. Division nicht mal mehr im Kader, in der Gruppenphase der Europa League kam er kein einziges Mal zum Einsatz. Stattdessen muss er sich in der Reservemannschaft fithalten. Im Winter soll deswegen Schluss sein, auch wenn ein neuer Trainer kommen wird. „Das ändert nichts an meiner Situation, meine Geschichte in Antwerpen ist beendet. Ich wollte bereits im Sommer weg, doch der Klub ließ mich nicht gehen“, erklärt Lamkel Zé. „Es war nicht Leko, der mich in die Reserve geschickt hat. Lucien d´Onofrio (Sportdirektor, A. d. R.) hat immerhin dafür gesorgt, dass ich das Pokalfinale und gegen Mechelen, mein letzter Einsatz, spielen konnte. Der Bruch kam dadurch, dass ich nicht für die Europa League gemeldet wurde – das war ein Zeichen fehlenden Respekts, das mich sehr verletzt hat. Und der Vorstand hat nicht einmal darauf reagiert. Da wusste ich, dass mein Platz nicht mehr hier ist.“

Wohin ihn die Reise führt, weiß er wohl: „Ich möchte zu Panathinaikos Athen wechseln“ – und damit zurück zu Laszlo Bölöni, der für ihn wie ein Mentor sei. „Er kennt mich in- und auswendig und vertraut mir.“ Bölöni habe in den vergangenen Tagen regelmäßig angerufen und nach Neuigkeiten gefragt. Doch Antwerp will Lamkel Zé scheinbar nicht einfach gehen lassen, so das Gefühl des Kameruners: „Seitdem Leko weg ist, denken sie, ich würde wieder in die A-Mannschaft zurückkommen und haben sich deshalb noch nicht mit Athen geeinigt. Aber es ist vorbei, lasst mich gehen! Egal, wer der neue Trainer wird, ich habe meine Wahl gemacht. Panathinaikos ist der ideale Ort, um meine Karriere fortzusetzen.“

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