Wie die Tageszeitung „De Morgen“ in ihrer Mittwochsausgabe berichtet, hat Wilmès bei der Generalversammlung des Internationalen Strafgerichtshofs am 14. Dezember dafür plädiert, den „Ökozid“ künftig unter Strafe zu stellen und in das Römische Statut aufzunehmen. Nach Angaben des flämischen Blattes hat Belgien in Person der 45-jährigen MR-Politikerin als erstes europäisches Land diesen Vorstoß gewagt.
Der Begriff „Ecocide“ (zu Deutsch „Ökozid“) wurde bereits in den frühen 1970er Jahren durch den amerikanischen Botaniker Arthur W. Galston geprägt. Dieser prangerte damit die Verwendung des chemischen Entlaubungsmittels Agent Orange durch die USA im Vietnamkrieg an. „Daraus entstand der Gedanke, dass wir solche großflächigen Umweltschäden nicht ungestraft lassen können“, erklärt der Umweltrechtsexperte Hendrik Schoukens (Uni Gent).
Aber welche Auswirkungen hat das Plädoyer von Wilmès? Eine gute Frage. Es wird auf jeden Fall nicht zeitnah dazu führen, dass „Ökozid“ zu einer international geächteten Straftat wird. „Denn dafür ist ein langes Verfahren nötig“, sagt der Professor für internationales Recht Jan Wouters (KU Leuven). Es müssten darüber hinaus mindestens zwei Drittel der Vertragsparteien ihr Einverständnis geben, um das Verbrechen anzuerkennen. Wilmès Ansprache bezeichnet Wouters als „einen symbolischen Akt“. Auch weil sich die Regierung um Premier Alexander De Croo (Open VLD) in ihrem Koalitionsvertrag verankert hat, „diplomatische Initiativen zu prüfen und zu fördern [...], um das Verbrechen des ‚Ökozids‘ einzudämmen [...]“. (belga/calü)

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