König Philippe in seiner Weihnachtsansprache: „Wir kriegen das hin“

<p>In seiner traditionellen Weihnachtsansprache ist König Philippe auf die Folgen der Pandemie eingegangen, die viele Belgier hart getroffen hat.</p>
In seiner traditionellen Weihnachtsansprache ist König Philippe auf die Folgen der Pandemie eingegangen, die viele Belgier hart getroffen hat. | Foto: belga

„Die Pandemie trifft uns alle auf unterschiedliche Weise. Viele, zu viele zahlen leider einen hohen Preis“, erklärt König Philippe in der Video-Botschaft. „Die Herausforderungen sind nach wie vor gewaltig. Doch die kommenden Monate bieten uns eine echte Perspektive für einen Ausweg aus der Krise.“

„Welche Lehren können wir jetzt aus dieser Krise ziehen?“, fragt das Staatsoberhaupt in seiner Ansprache rhetorisch. „Zunächst einmal. Wir kriegen das hin.“ Auch dank des Einsatzes vor allem derer, die dazu beigetragen haben, dass sich unser Gesundheitssystem behaupten und das Land weiter funktionieren konnte. Das Ganze sei von einer Welle der Großzügigkeit und der Solidarität belgeitet worden. „Unzählige Bürger haben sich ehrenamtlich engagiert. Wir haben einige großartige Beispiele gesehen.“

Die Pandemie, die uns seit einem Jahr erschüttert, habe auch dazu geführt, dass wir die Dinge anders betrachten und schätzen. „Sie lässt uns aber auch die gleichen Sorgen, die gleichen Bedenken teilen.“ Die Krise habe aber auch aufgezeigt, dass wir uns unser aller Verletzlichkeit bewusst geworden seien, dass wir uns gegenseitig zugehört haben, so der Monarch. „Der Lockdown hat uns geholfen, besser zu verstehen, was Menschen widerfährt, die Opfer von Ausgrenzung sind oder unter Einsamkeit leiden. Sorgen wir dafür, dass jeder seinen Platz in der Gesellschaft hat. Lassen Sie uns nie wieder Ausgrenzung tolerieren. Diese Krise hat uns gezeigt, dass wir alle voneinander abhängig sind und sie hat uns gelehrt dies zu akzeptierten.“

In seiner knapp neunminütigen Rede wirbt der König außerdem auch um Verständnis für die aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen. Natürlich würden dadurch unsere individuellen Freiheiten beeinträchtigt, aber man könne das hinnehmen. „Denn unsere Freiheit macht nur Sinn, wenn sie mit und für andere gelebt wird, zum Wohle der gesamten Gemeinschaft.“

Zum Abschluss richtet sich König Philippe noch an die Teenager des Landes, die in Zeiten von Corona viele Freiheiten ihrer Jugend aufgeben müssen. „Aber bald könnt ihr wieder eure Flügel ausbreiten, eure Träume verwirklichen und uns inspirieren, um gemeinsam eine bessere Zukunft aufzubauen.“ (calü)

Kommentare

  • König Philippe: „Denn unsere Freiheit macht nur Sinn, wenn sie mit und für andere gelebt wird, zum Wohle der gesamten Gemeinschaft.“

    Das ist eine sehr merkwürdige Aussage zur „Freiheit“.

    Zum einen postuliert sie, dass Freiheit Sinn machen muss. Wer auch immer diesen Sinn bestimmen soll, wird nicht verraten. Soll etwa die Gesellschaftsmehrheit zu dieser Sinnbestimmung ermächtigt werden? Das erinnert ein wenig an die Kritik der Nazis an der „entarteten Kunst“, womit die Kunst bereits dadurch, dass sie einem bestimmten „Zweck“ zu dienen hatte, ihrer Freiheit beraubt wurde. Und die Aussage des Königs kann genau in diesem Sinne (miss)verstanden werden, indem dem Menschen die Freiheit nur in dem Maße zugestanden wird, wie diese aus Sicht, von wem auch immer, als sinnvoll erachtet wird.

    Zum anderen wird Freiheit auf diese Weise zu einem „miteinander Gelebtem“ verkürzt, das die Freiheit des Individuellen beraubt. Die Aussage kann also insofern (miss)verstanden werden, dass z.B. Lebensentwürfe, die nicht auf das Wohlwollen der „anderen“ stoßen, bzw. von ihnen nicht „mit gelebt“ werden wollen, bereits alleine deswegen abgelehnt bis verboten werden können.

    Der König hat es sicherlich „gut gemeint“, aber wie so oft in letzter Zeit, ist „gut meinen“ zu wenig, und kann in eine gefährliche Sackgasse führen.

  • Sehr geehrter Herr Schmitz,
    Ihre Probleme möchte ich gerne haben, Ironie aus!

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