Neue Veröffentlichungen auf Meakusma mit besonderem Bezug zu Ostbelgien

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Eine Aufnahme entstand in der ausverkauften Friedenskirche in Eupen statt. | Foto: meakusma

Die Tonträger sind im Rahmen des Meakusma Festivals 2019 entstanden. Das Festival wie auch das Label dienen als Plattform für Künstler, die auf der Suche nach einem originellen musikalischen Ausdruck abseits ausgetretener Pfade sind. Die nun präsentierten Künstler stehen jeweils für einen sehr persönlichen Sound und eine spezifische Herangehensweise ans kreative Schaffen. Typischerweise für Meakusma stammen die Musiker aus ganz unterschiedlichen Bereichen, und die Resultate sind dementsprechend kontrastreich.

Orgelkonzert eines Pioniers der Minimal Music

Am 1. Dezember erschien die Live-Aufnahme des Orgelkonzerts von Charlemagne Palestine. Das Konzert des in Brüssel wohnhaften Amerikaners fand in der ausverkauften Friedenskirche in Eupen statt. Palestine gilt dank seines Werkes „Strumming“ als Teil der Minimal-Music-Gründerbewegung. Minimal Music war eine Strömung in der Klassischen Musik, die vielen Hütern des Klassischen Kanons Mitte des 20. Jahrhunderts als abzuweisender Kulturschock erschien. Die auf dem Papier „simplen“ Kompositionen, die auf endlose Wiederholungen und subtile Verschiebungen basieren, galten manchem Klassiker als primitiv oder gar gefährlich. Im gesellschaftlichen Kontext der Nachkriegszeit entstanden, lag der Fokus der modernen Komponisten eher auf Wirkung und soziokulturelle Implikation denn auf Zurschaustellung kompositorischer Fähigkeiten. Stark von John Cages „Minimal Art“ beeinflusst, fand die Strömung zunächst mehr Anklang in der Kunstwelt und der Popkultur (The Velvet Underground, John Lewis, Can, Kraftwerk, Techno).

Anders als zu erwarten, sieht Charlemagne Palestine sein interdisziplinäres Werk – neben Musik kreiert er auch Videokunst, Installationen und Skulpturen – jedoch als maximalistisch. Dies passt auch eher zur bunten, schillernden Persönlichkeit des passionierten Sammlers von Plüschbären. Das Konzert in Eupen hatte so auch eine überwältigende Wirkung auf das Publikum, welches jeden freien Zentimeter der Kirche besetzt hatte. Zum Abschluss rief er dem begeisterten Publikum zu, dass die Orgel der großartigste Synthesizer aller Zeiten sei. Diese außergewöhnliche musikalische Erfahrung wurde nun, im liebevollen Detail aufgenommen und mit aufwändiger Aufmachung inklusive Booklet mit Fotoreihe und Interview, auf Schallplatte und digital herausgebracht.

Die beiden Künstler Don’t DJ und NWAQ haben im Vorfeld des Meakusma Festivals eine Künstlerresidenz in Eupen abgehalten. Hinter Don’t DJ steckt der deutsche Künstler Florian Meyer, der sich mit seiner Musique Acéphale der rhythmischen Forschung verschrieben hat. Der Niederländer Jochem Peteri veröffentlicht als NWAQs Slow-Motion House, Disco, Detroit Techno, Ambient und Science-Fiction Synthesizer-Kompositionen. In der Woche vor dem Festival haben die beiden Produzenten in der Unterstadt unweit der Weser gewohnt und gemeinsam Material erarbeitet.

Beim Festival kam es dann zu einem Live-Auftritt. Das Resultat aus den Studio-Sessions und dem Live (psychedelische Elektronik, Avant-Punk-Vocals, schräge Beats)ist nun auf Platte und digital erschienen. Beide Veröffentlichungen sind direkt bei Meakusma erhältlich. Wer noch eine physische Kopie der Platten ergattern möchte, sollte sich beeilen. Während das Album von Charlemagne Palestine beinahe ausverkauft ist, gibt es auch bereits viele Vorbestellungen von Plattenläden und Privatkunden weltweit für Don’t DJ x NWAQ. (red/mv)


www.meakusma.org

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