Seit dem Beginn der Coronakrise erstellt Sciensano immer wieder Berichte, die Auskunft über die Entwicklung des Virus in Belgien geben. Während die Bürger auf der Website der staatlichen Behörde täglich aktualisierte Zahlen und Grafiken einsehen können, wird darüber hinaus auch einmal in der Woche eine größere Zusammenfassung publik gemacht.
Wie „Het Laatste Nieuws“ am Freitag berichtet, verfasst Sciensano gleichzeitig aber auch eine zweite Version der wöchentlichen Entwicklung. Das Dokument ist allerdings streng vertraulich und steht nur einigen Experten, Gouverneuren und Ministern zur Verfügung. „Diese Berichte enthalten meist nicht viel mehr Informationen als die, die die Bevölkerung erhält“, erklärt der föderale Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) auf Nachfrage.
Auf den Bericht der letzten Woche, den „Het Laatste Nieuws“ einsehen konnte, trifft die Aussage von Vandenbroucke jedoch nicht zu. Aus dem vertraulichen Dokument, das 15 Seiten länger ist als jenes, das der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde, geht beispielsweise hervor, dass im November 110.000 Reisende aus einer roten Zone nach Belgien zurückgekehrt sind, aber nur 154 von ihnen getestet worden sind. Der vertrauliche Bericht enthält darüber hinaus unter anderem auch Infos über Clusterforschung oder die Kapazitäten der hiesigen Krankenhäuser.
Aber warum werden diese durchaus wichtigen Auskünfte nicht mitgeteilt? „Einige Infos aus dem vertraulichen Bericht könnten fehlinterpretiert werden, und das könnte Verwirrung stiften“, erläutert Vandenbroucke gegenüber „Het Laatste Nieuws“ und gibt zu verstehen, dass er kein Problem damit habe, in Zukunft alle Informationen öffentlich zu machen. „Aber das entscheide ich nicht allein“, so der Minister. (calü)

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