Diese Anwerbung ist bitter notwendig, um das belgische Militär zahlenmäßig wieder auf Vordermann zu bringen und die natürlichen Abgänge der kommenden Jahre (4.705 Soldaten gehen bis Ende 2023 in Rente) aufzufangen. Woran es bei den Aufnahmeprüfungen in der Vergangenheit gehapert hat, wollte die ostbelgische Föderalabgeordnete Kattrin Jadin (PFF-MR) jetzt genauer wissen.
In ihrer Antwort ging Ministerin Dedonder zunächst auf Zahlen aus dem vergangenen Bewerbungsjahr ein. 2019 schrieb die Armee insgesamt 2.035 Stellen aus. Davon 220 für zukünftige Offiziere, 600 für angehende Unteroffiziere und 1.215 für Freiwillige. Für diese Posten gab es insgesamt 5.431 Bewerber, von denen 1.593 bereits an den Aufnahmeprüfungen scheiterten. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens werde anhand der Resultate eine Tabelle erstellt, so die Ministerin. Die Absolventen werden in dieser Tabelle nach erzielten Ergebnissen aufgelistet. Diejenigen, die am besten abgeschnitten haben, werden kontaktiert und einige weitere in die Reserve aufgenommen für den Fall, dass ein besserplatzierter Kandidat auf die Stelle verzichten sollte.
Die Prüfung der zweiten Nationalsprache sei bei den frankofonen Offizierskandidaten der Hauptgrund für eine Untauglichkeit.
„Leider scheitern die meisten Bewerber bereits an den Basisprüfungen: den Intelligenz- und Logiktests, den Sporttests und dem Medizincheck.“ Doch wie bei jedem Auswahlverfahren sei eine gute Vorbereitung unerlässlich, erklärt die Abgeordnete Kattrin Jadin, nach der Auswertung der Antwort.
Überraschenderweise habe man nämlich festgestellt, dass die Gründe des Scheiterns je nach Bewerbungsgrad stark variieren. So seien etwa die Kandidaten für den Freiwilligengrad anfälliger für den Medizincheck und den Intelligenztest. Die Unteroffizier-Anwärter scheiterten am häufigsten an den Sportprüfungen. Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass je nach anvisierter Funktion, zum Beispiel für die Infanterie, Taucher oder Spezialeinheit, die Sporttests wohl anspruchsvoller seien.
Die Prüfung der zweiten Nationalsprache sei bei den frankofonen Offizierskandidaten der Hauptgrund für eine Untauglichkeit. Hier bedürfe es einer grundlegenderen Vorbereitung. Diese beginne bereits in der Grund- und Sekundarschule, stelle Jadin abschließend fest.
Glücklicherweise stelle man seit einigen Jahren einen deutlichen Abwärtstrend bei den fehlgeschlagenen vom Militär organisierten Basisprüfungen fest. Für das Militär sei dies ein Hoffnungsschimmer dafür, dass bereits im kommenden Jahr 2.300 fähige Rekruten angeworben werden könnten und damit der Weg für die Zukunft geebnet werde. (um/red)

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