Wallonie verkauft immer mehr Waffen

<p>FN Herstal gehört zu den Waffenschmieden der Wallonie.</p>
FN Herstal gehört zu den Waffenschmieden der Wallonie. | Foto: belga

„L'Echo“ befasste sich mit dem jüngsten Bericht über wallonische Waffenexporte im Jahr 2019, den Ministerpräsident Elio Di Rupo (PS) vor zehn Tagen dem wallonischen Parlament vorgelegt hat. Das Jahr 2019 bricht dabei die Obergrenzen mit einer 180-prozentigen Erhöhung der Beträge, die an Lizenzen gebunden sind, die innerhalb eines Jahres erteilt werden, heißt es im Bericht.

„Wir gehen in der Tat von 949.922.079 Euro auf 2.659.447.745 Euro im Jahr 2019“, heißt es in dem Dokument. Diese Lizenzen decken etwa 64 Länder auf der ganzen Welt ab, meist sind es private Käufer. Während die Europäische Union nach wie vor ein wichtiger Markt für wallonische Waffen ist, hat Kanada für fast 1,8 Milliarden Euro Waffen gekauft. Dieser Betrag wird im Bericht ohne weitere Erklärung angegeben, außer dass er sich auf Ausrüstung in der Kategorie „Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Ersatzteile“ bezieht.

Die Tageszeitung geht davon aus, dass diese kanadischen Zahlen im Zusammenhang mit dem Vertrag stehen, den John Cockerill und die kanadische Gruppe General Dynamics 2014 unterzeichnet haben, um Saudi-Arabien für zehn Jahre mit Panzergeschützen zu versorgen, die für mehrere hundert Kampfpanzer vorgesehen sind.

Die Zeitung schlussfolgert aus den Zahlen, dass Saudi-Arabien somit in nur wenigen Jahren zu einem der wichtigsten Kunden der Wallonie hinter Kanada geworden ist. Im Jahr 2019 kaufte die sunnitische Monarchie somit trotz der Verweigerung von zwei Lizenzen Rüstungsgüter im Wert von 302 Millionen Euro (225 Millionen Euro im Jahr 2018). An dritter Stelle stehen die USA mit 107 Millionen Euro (108 Millionen im Jahr 2018). (belga/mv)

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