Russlands Verteidigungsminister sichert Armenien Hilfe zu

<p>Nach Protesten gegen das Abkommen und Rücktrittsforderungen an Regierungschef Nikol Paschinjan hatte Russlands Präsident Wladimir Putin vor einem neuen Krieg gewarnt,</p>
Nach Protesten gegen das Abkommen und Rücktrittsforderungen an Regierungschef Nikol Paschinjan hatte Russlands Präsident Wladimir Putin vor einem neuen Krieg gewarnt, | Bild: dpa

Wichtige Voraussetzung dafür sei die Einhaltung des Abkommens mit Russland und Aserbaidschan über ein Ende der Kämpfe, sagte Schoigu am Samstag in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Nach Protesten gegen das Abkommen und Rücktrittsforderungen an Regierungschef Nikol Paschinjan hatte Russlands Präsident Wladimir Putin vor einem neuen Krieg gewarnt, sollen die Vereinbarungen gebrochen werden. In Eriwan hielten sich mehrere russische Regierungsmitglieder zu Gesprächen auf.

Nach Darstellung von Schoigu ist die Lage in Karabach ruhig. Russland hat 2000 Friedenssoldaten entsandt, die dort die Waffenruhe überwachen. Es seien zudem bisher rund 7000 nach Armenien geflüchtete Karabach-Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt, sagte Schoigu. Er traf sich auch mit dem neuen Verteidigungsminister Wagarschak Arutjunjan, der erst am Freitag ernannt worden war. Wegen der gespannten innenpolitischen Lage im Zuge des Karabach-Abkommens waren mehrere armenische Minister zurückgetreten.

Russische Delegation überbrachte Impfstoff

In Eriwan war auch der russische Außenminister Sergej Lawrow, der Fragen humanitärer Hilfe mit Paschinjan erörterte. Lawrow geht von Zehntausende Flüchtlingen aus, denen geholfen werde müsse. Die russische Delegation überbrachte angesichts der rasanten Ausbreitung des Corona-Virus auch Proben des Impfstoffs „Sputnik-V“. Zudem sollten russische Ärzte nach Karabach entsandt werden, hieß es.

Nach seinem Treffen mit der Delegation aus Moskau betonte Paschinjan, Russland habe Armenien die ganze Zeit unterstützt. Er trat damit Vorwürfen vieler Armenier entgegen, die traditionelle Schutzmacht habe zu wenig geholfen während des Krieges mit Aserbaidschan um Karabach. „Es ist sehr wichtig für uns - besonders in dieser aktuellen Situation - die Kontakte zu vertiefen“, sagte er.

Berg-Karabach ist seit Jahrzehnten zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan umkämpft. In dem neuen Krieg, der am 27. September begonnen hatte, holte sich das islamisch geprägte Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Das Land sah sich dabei von seinem „Bruderstaat“ Türkei unterstützt. Das christlich geprägte Armenien fürchtet wegen des neuen Kräfteverhältnisses in der Region nun um seine Sicherheit. (dpa)

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