Bürgerfonds Ostbelgien startet ersten Projektaufruf – Gelebte Solidarität wird gefördert

<p>Wenn man sich gegenseitig unterstützt, wird vieles möglich. Die KBS fördert in Ostbelgien „gelebte Solidarität“.</p>
Wenn man sich gegenseitig unterstützt, wird vieles möglich. Die KBS fördert in Ostbelgien „gelebte Solidarität“. | Foto: dpa

Die König-Baudouin-Stiftung (KBS) ist in Ostbelgien längst bekannt und genießt hierzulande einen exzellenten Ruf. Weniger bekannt waren möglicherweise die im deutschsprachigen Gebiet bereits länger bestehenden und aktiven Fonds. Spätestens aber, seit die KBS im Frühjahr, auf dem Höhepunkt der Corona-Epidemie in Belgien, einen Spendenaufruf in der DG startete, die beachtliche Summe von 300.000 Euro einsammeln konnte und diese unmittelbar und unbürokratisch an die Krankenhäuser, Wohn- und Pflegezentren der DG sowie an die Wohneinrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung weiterreichte, ist der ostbelgische Ableger der KBS bestens bekannt.

Bereits damals war man „in Gründung“, das heißt man war dabei, sich eine Struktur und Statuten zu geben und vor allem Menschen zu finden, die bereit sind, sich für die Ziele der KBS zu engagieren, die auch im Mittelpunkt der Werte des „Bürgerfonds Ostbelgien“ stehen. Die da wären: Integrität, Förderung von Solidarität, Pluralismus, Transparenz, Unabhängigkeit und Respekt der Vielfalt. Außerdem legt man bei der KBS Wert auf Innovation und Nachhaltigkeit.

Neun Personen gehören dem Verwaltungsausschuss des „Bürgerfonds Ostbelgien“ an. Als Vorsitzender wurde Ritter Yves Noël bestimmt. Der sozial engagierte und bestens vernetzte Unternehmer kennt die König-Baudouin-Stiftung in- und auswendig. Schließlich gehörte er jahrelang ihrem Vorstand als dessen Vizepräsident an. Neben ihm gehören F.C. Bourseaux, Bernd Despineux, Angelika Jost, Jean-Marie Kohnen, Wilfried Schöpges, Doris Wertz sowie, als Vertreter der KBS, deren Geschäftsführer Baron Luc Tayart de Borms, und Direktor Stefan Schäfers dazu.

Gesucht werden Projekte zu gelebter Solidarität. Die Förderung kann bis zu 10.000 Euro betragen.

Diese Personen hatten sich bereits im Sommer für die Initiative interessiert und ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bekundet. Als Koordinator fungiert Freddy Genten aus Schoppen, der den Gründungsprozess von Anfang an begleitet hat.

Der Bürgerfonds will in Ostbelgien etwas bewegen und ruft deshalb Organisationen aber auch Menschen dazu auf, die bereit sind, sich mit anderen zusammenzuschließen. Gesucht werden „Projekte zu gelebter Solidarität in Ostbelgien“, so Freddy Genten.

Mit bis zu 10.000 Euro wird der „Bürgerfonds Ostbelgien“ diese Vorhaben finanziell unterstützen und begleiten. Noch in diesem Jahr werden die Projekte, die als förderungswürdig eingestuft werden, veröffentlicht. Man kann also unmittelbar loslegen und sich Gedanken machen.

Als zusätzlicher Anreiz gilt sicher auch, dass Projektautoren praktisch mit dem gerade aus der Taufe gehobenen Bürgerfonds Ostbelgien wachsen können. „Wir sitzen alle in dem selben Boot,“ schreibt der Bürgerfonds, „nur sitzen einige von uns an einer Stelle, an der der Wind pfeift und Wasser über die Bordwand tritt.“ Hier will der Bürgerfonds mit seinem Motto „Gemeinsam mehr bewegen“ ansetzen. Und weiter: „Wir möchten Hilfe bieten, die genau jetzt und genau hier, in Ostbelgien, benötigt wird.“

Anders als während des ersten Lockdowns, als die Schlagbäume an den Grenzen heruntergingen, sieht der Bürgerfonds Ostbelgien seinen Aktionsradius nicht nur in den neun deutschsprachigen Gemeinden, die zwar das Kerngebiet darstellen, sondern auch in den angrenzenden Gemeinden in Belgien, Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden. Das Einsatzgebiet definiert sich als „der Lebens- und Schaffensraum der Ostbelgier“. (os)


Anträge auf Förderung sollten bis zum 8. Dezember eingereicht werden. Nähere Infos gibt es unter www.kbs-frb.be oder im Kontaktzentrum unter Tel.: 02/ 5004555.

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