NRW: Corona-Schnelltests in Heimen sorgen für Personalprobleme

<p>Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus und ein Teststäbchen in einem Pflegeheim in der Region Hannover in den Händen. Schnelltests sollen in der zweiten Welle der Corona-Pandemie Ausbrüche in Pflegeheimen verhindern.</p>
Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus und ein Teststäbchen in einem Pflegeheim in der Region Hannover in den Händen. Schnelltests sollen in der zweiten Welle der Corona-Pandemie Ausbrüche in Pflegeheimen verhindern. | Illustrationsfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

„Es ist zwar absolut zu begrüßen, dass wir auf diese Weise Infektionen herausfiltern können. Aktuell haben wir aber einfach das Personal nicht dafür“, sagte Roland Weigel, Sprecher der Ruhrgebietskonferenz Pflege, einer Interessensvertretung mehrerer Heime und Pflegedienste aus dem Ruhrgebiet. „Anders als im Frühjahr bei der Schutzausrüstung ist die Beschaffung im Moment nicht das große Problem“, so die Einschätzung Weigels. Über Einkaufsgemeinschaften sei es den vielen Trägern gelungen, an Tests zu kommen.

Andere, darunter der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW sowie der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW sehen die Verfügbarkeit der Antigen-Tests kritischer. Sie seien weder in ausreichendem Maße verfügbar, noch sei klar, wer das Personal dafür schule und wie der nicht unerhebliche Zusatzaufwand refinanziert werden soll, betonte etwa Sebastian Riebandt, Fachreferent stationäre Pflege beim Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW. Auch der Apothekerverband Nordrhein sprach bei den qualitativ besseren Tests von einer angespannten Marktsituation.

Laut Bundesgesundheitsministerium sollen die Antigen-Schnelltests in Pflegeheimen und ambulanten Diensten dazu beitragen, Bewohner, Personal und Besucher besser zu schützen. Die Einrichtungen müssen dazu ein Test-Konzept erstellen und beim Gesundheitsamt einreichen. In den Heimen können dann bis zu 20 Tests pro Monat pro Bewohner auf Kassenkosten finanziert werden.

Bei den Antigen-Schnelltests müssen Proben zum Auswerten nicht ins Labor gebracht werden. Sie gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Vornehmen müssen sie medizinisch geschultes Personal. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests durch einen PCR-Test bestätigt werden. (dpa)

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