Migration übers Mittelmeer: Rom will Tunis mit Schiffen unterstützen

<p>Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Staaten sitzen in einem überfüllten Schlauchboot im Mittelmmer und verlassen gerade das libysche Territorium.</p>
Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Staaten sitzen in einem überfüllten Schlauchboot im Mittelmmer und verlassen gerade das libysche Territorium. | Foto: Santi Palacios/AP/dpa

Außerdem möchte Rom Tunesien mit Flugzeugen und Schiffen bei der Überwachung der Migration über das Mittelmeer unterstützen. Das kündigte die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese am Freitag nach Gesprächen mit ihrem französischen Amtskollegen Gerald Darmanin an. Der Attentäter von Nizza soll aus Tunesien stammen.

Bei der Kooperation zwischen Rom und Paris gehe es stark um den Kampf gegen die illegale Migration in die Europäische Union, sagte auch Darmanin bei seinem Besuch in Rom. In der EU solle die Sicherheitspolitik stärker koordiniert werden.

Nach Lamorgeses Angaben sollen an der Grenze beider Länder gemeinsame Patrouillieren vorangetrieben werden. Außerdem möchte Rom die Behörden in Tunesien durch den Einsatz von Schiffen im Mittelmeer und von Flugzeugen zur Überwachung helfen, Bootsmigranten früher zu entdecken und zu stoppen.

Ende Oktober hatte den Ermittlungen zufolge ein 21-jähriger Tunesier in einer Kirche in Nizza drei Menschen ermordet. Er war nach Angaben aus Rom am 20. September als Bootsmigrant über die italienische Insel Lampedusa nach Europa gekommen. Italien hatte ihn aufgefordert, das Land wieder zu verlassen. Danach soll der Mann untergetaucht und nach Nizza gereist sein.

In Italien sind die Zahlen der Bootsmigranten 2020 im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Viele der Menschen kamen aus Tunesien, wo eine Wirtschaftskrise herrscht. (dpa)

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