Auszählung schreitet voran – Wisconsin geht an Biden

<p>Beamte des Luzern County zählen in einem Gerichtssaal im Penn-Place-Gebäude Stimmzettel von der Briefwahl.</p>
Beamte des Luzern County zählen in einem Gerichtssaal im Penn-Place-Gebäude Stimmzettel von der Briefwahl. | Foto: Mark Moran/The Citizens' Voice/AP/dpa

Die für die Wahl zuständigen Innenminister der Staaten hatten sich bis zum Mittag (Ortszeit) zum Stand der Dinge geäußert - es sah weiter eher so aus, als würde der Demokrat Joe Biden die Wahl gegen Amtsinhaber Donald Trump gewinnen.

In Pennsylvania, wo am Morgen noch die Auszählung von weit mehr als einer Million abgegebener Stimmen erwartet wurde, erklärte die Wahlleiterin, dass rund die Hälfte davon aufgearbeitet sei. Hier hatten Verantwortliche zuvor eingeräumt, dass es schlimmstenfalls noch Tage bis zu einem Ergebnis dauert. Die Kandidaten lagen hier eng beieinander. Für Biden zeichnete sich aber ab, dass er auch ohne den Staat auf die nötigen 270 Wahlleute kommen könnte.

In Wisconsin hat derweil Joe Biden gewonnen und sich damit zehn Wahlleute gesichert. Das meldete die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen. Bei der Wahl 2016 konnte sich der Republikaner Donald Trump im nordöstlichen Wisconsin mit 0,7 Prozentpunkten Vorsprung sehr knapp vor seiner damaligen demokratischen Rivalin Hillary Clinton durchsetzen. Auch in diesem Jahr deuteten die Auszählungsergebnisse auf ein extrem knappes Ergebnis hin.

Trumps Wahlkampagne kündigte daher an, in dem Bundesstaat mit Blick auf „Unregelmäßigkeiten“ eine Neuauszählung der Stimmen beantragen zu wollen. Biden hatte Umfragen zufolge vor der Wahl in Wisconsin als Favorit gegolten.

In Georgia lag Trump knapp vorne. Dort standen laut Innenminister des Staates noch rund 200.000 Stimmen aus. Diese könnten das Rennen aber noch kippen lassen, weil rund 120.000 davon in und nahe Atlanta lagen, einer Hochburg der Demokraten.

Die für die Wahl zuständige Innenministerin von Nevada erklärte dagegen, dass es bis 9 Uhr am Donnerstag (Ortszeit, 18 Uhr deutscher Zeit) keine weiteren Zahlen mehr gebe. In Nevada gelten auch Stimmen, die bis zum 10. November eingehen, aber maximal den Poststempel vom Wahltag am Dienstag tragen. Zunächst lag hier Biden vorne.

Weiter unklar ist die Lage in Arizona, wo Biden ebenfalls führte. Dort hatte es am Morgen Meldungen gegeben, wonach es Probleme bei der Dateneingabe der Ergebnisse gab. Es war unklar, wie viele Stimmen dort noch ausstanden.

Im Bundesstaat Maine sicherte sich indes Trump eine weitere Stimme der Wahlleute. In dem Bundesstaat am nordöstlichsten Zipfel der USA gehen wie in Nebraska nicht alle Wahlleute komplett an den Gewinner. Neben zwei Wahlleuten, die auf dem Gesamtergebnis des Staates basieren, werden dort zwei weitere Wahlpersonen auf Basis der Ergebnisse in einzelnen Wahlbezirken bestimmt.

Der 2. Distrikt ging nun an Trump - zuvor hatte sich Herausforderer Joe Biden AP zufolge die übrigen drei Wahlleute gesichert.

Damit könnte es insgesamt noch Tage dauern, bis die Verantwortlichen in den US-Bundesstaaten ein vorläufiges Ergebnis ausrufen. Sollte Biden Arizona, Nevada und Michigan für sich entscheiden, hätte er den Kampf ums Weiße Haus mit 270 Wahlleuten gewonnen. Mit Pennsylvania (20) und Georgia (16) könnte er seinen Vorsprung ausbauen und käme auf 306 Wahlleute.

Trumps Team hoffte auf einen größeren Fehler in Arizona und Siege in Pennsylvania und Georgia. Dann käme Trump auf eine Mehrheit.

Die Auszählung zieht sich wegen des hohen Briefwahlanteils hin. Die Beglaubigung dieser Stimmen ist in den USA oft ein langwieriger Prozess, teils müssen Unterschriften einzeln mit denen des Wählerverzeichnisses verglichen werden. In den drei Staaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania hatte die republikanische Partei Bestrebungen gestoppt, Wahlumschläge schon vor dem Wahl-Dienstag zu öffnen. (dpa/mv)

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