Bartomeu gab seinen Rücktritt vom Amt des Präsidenten des spanischen Fußball-Topvereins am Dienstagabend auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung bekannt. Als Hauptgrund nannte er die Weigerung der Behörden der Region Katalonien, die Abstimmung über einen Misstrauensantrag gegen ihn wegen der Corona-Pandemie um zwei Wochen zu verschieben.
Es wäre „unverantwortlich“ gewesen, die Abstimmung durchzuziehen, „ohne mit genug Zeit die mindesten Sicherheitsvorkehrungen“ zu treffen, sagte er auf einer Pressekonferenz. Der 57-Jährige war seit dem Rücktritt von Sandro Rosell Anfang 2014 im Amt.
Die Abstimmung war für den 1. und 2. November angesetzt. Für den Misstrauensantrag hatte die Opposition unter Vereinsmitgliedern mehr als 20 000 Unterschriften gesammelt. Die Bartomeu-Gegner hätten eine Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt, um den ungeliebten Chef vom Thron zu stoßen. Die Abstimmung ist nun nicht mehr nötig.
Bartomeu verriet vor Journalisten außerdem, Barcelona habe vor einigen Tagen die Teilnahme an einer europäischen Superliga zugesagt. Diese Zusage müsse aber noch von den Mitgliedern mit Stimmrecht bestätigt werden. Bis zur Neuwahl des Vorstands im Frühjahr wird der Club nach Angaben von Bartomeu von einer beauftragten Verwaltungsgesellschaft geführt werden. Zusammen mit dem Präsidenten trat am Dienstag die gesamte Chefetage zurück.
Bartomeu hatte sich unbeliebt gemacht, weil er sich unter anderem auch mit Superstar Lionel Messi überworfen hatte. Der Argentinier hatte deshalb die Blaugrana im Sommer nach dem 2:8-Debakel gegen Bayern München im Viertelfinale der Champions League verlassen wollen. Bartomeu zwang den 33-Jährigen nach langem Streit aber zur Erfüllung des bis Juni 2021 laufenden Vertrages. Die Krise bei Barça hatte sich am Wochenende durch die 1:3-Heimpleite im Clásico gegen Real Madrid und den Sturz auf Platz zwölf zugespitzt. (dpa)

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