Auch Region Brüssel-Hauptstadt dehnt Ausgangssperre aus

<p>In Brüssel wird die Ausgangssperre ausgedehnt.</p>
In Brüssel wird die Ausgangssperre ausgedehnt. | Foto: belga

Außerdem werden alle kulturellen Einrichtungen und Sporthallen (Schwimmbäder, Fitnesscenter) geschlossen, sagte der Brüsseler Ministerpräsident Rudi Vervoort (PS) am Samstag zum Abschluss der Sitzung des Krisenstabs, an der alle Bürgermeister der Hauptstadt teilnahmen.

Im Amateursport wird nur noch das Training für unter 12-Jährige erlaubt sein. Schulausflüge sind jetzt verboten. Erholungszentren müssen geschlossen bleiben.

Für Beerdigungen und Hochzeiten hat der Brüsseler Krisenstab beschlossen, zu den sehr restriktiven Maßnahmen zurückzukehren, die während des Lockdowns angewandt wurden. Die Telearbeit ist jetzt obligatorisch.

Die Geschäfte müssen ihre Türen um 20 Uhr schließen. Einkäufe dürfen nur noch von einer Person getätigt werden, die von einem Minderjährigen begleitet werden kann. Nur Personen mit einer Beeinträchtigung dürfen von einem anderen Erwachsenen begleitet werden. Halloween-Prozessionen sind verboten.

„Ich verstehe, dass in der Bevölkerung große Müdigkeit und Unverständnis herrschen und dass es zu solchen Gefühlen führt, wenn man sich nach den Ereignissen von Anfang März in der aktuellen Situation wiederfindet“, kommentierte der Brüsseler Ministerpräsident die Maßnahmen. Seiner Meinung nach „erteilt uns die Pandemie eine große Lektion in Sachen Demut“.

Die Maßnahmen, die einstimmig fielen, werden durch die steigenden Zahlen von Neuinfektionen und die „Risiken eines Zusammenbruchs des Krankenhauswesens des Landes“ notwendig, rechtfertigte Vervoort: „Es geht nicht darum, einen Wettlauf zu veranstalten, wer am tugendhaftesten reagiert, sondern darum, die notwendigen Maßnahmen für unsere Bevölkerung zu ergreifen.“ Dem Ministerpräsidenten zufolge habe sich der Anstieg der Zahl der Neuinfektionen zwar leicht verlangsamt, aber die Situation ist nach wie vor „sehr ernst“.

Neueste Zahlen zeigen in den vergangenen drei Tagen mehr als 2.100 Neuinfektionen pro Tag und eine Positivitätsrate von 25,7 % bei 6.650 Tests täglich. Am Freitag waren 786 Patienten in Brüssel hospitalisiert. Von diesen befanden sich 107 Personen auf der Intensivstation.

„Wir werden das nicht durchstehen, wenn das, was wir heute beschlossen haben, keine breite öffentliche Unterstützung findet“, betonte Rudi Vervoort abschließend. (belga/mv)

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