Romelu Lukaku lief am Mittwoch nicht mit seiner angestammten Rückennummer 9, sondern mit der nach dem Ausfall von Eden Hazard freigewordenen 10 auf dem Trikot auf. Gegen Island und die Elfenbeinküste hatte noch Leandro Trossard die 10 getragen, der nun auf die 9 auswich. „Das war für meine Mutter. Sie hatte am 10. Oktober Geburtstag. Wenn es möglich ist, trage ich am liebsten die 9 oder 10. Das war also eine Ode an sie, ohne dass sie es wusste“, erklärte „Big Rom“. Auch wenn das Spiel vor allem in der zweiten Halbzeit alles andere als ansehnlich war, so war auf den bulligen Stürmer erneut Verlass. Dank seiner Tore Nummer 54 und 55 im Dress der Nationalmannschaft gewannen die Teufel nicht nur mit 2:1 gegen Island, sondern auch die Führung in der Nations-League-Gruppe 2 zurück. Und auch in der FIFA-Weltrangliste stehen sie weiterhin auf Platz eins. Den hätten sie bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg der Franzosen gegen Kroatien an den Weltmeister verloren. „Wir haben gerade erfahren, dass Dänemark gewonnen hat und wir wieder auf Platz eins stehen – das ist natürlich klasse“, freute sich Axel Witsel.
Lukaku führte die Teufel am Mittwoch erstmals als Kapitän auf den Platz: „Es war eine Ehre. Ich kenne meine Rolle in der Mannschaft und bin jemand, der die Mitspieler immer weiter motivieren möchte. Ich danke dem Trainer dafür, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat, und bin zufrieden über die drei Punkte. Das war gegen einen gut organisierten Gegner nicht einfach.“
Auch von Martinez holte sich der Mailänder Stürmer Lob ab: „Er hat ein unglaubliches Spiel abgeliefert. Seine Führungsqualitäten und die Kapitänsbinde haben ihn auf ein neues Level gehoben. Ich bin sehr stolz auf ihn.“ Lukaku selbst lenkte die Aufmerksamkeit eher auf die mannschaftlichen Erfolge: „Das Wichtigste für mich bleibt es, einen Titel mit den Roten Teufeln zu gewinnen. Die Nations League macht unseren Terminplan zwar noch voller, jedoch gibt es hier auch eine Trophäe zu gewinnen. Also müssen wir es versuchen. In der vergangenen Saison habe ich auf einem Niveau gespielt, das ich noch nie zuvor erreicht hatte. Nun soll es weiter nach oben gehen. Ich probiere, jeden Tag besser zu werden, und möchte so oft treffen und gewinnen wie möglich.“
„Mit dieser Mannschaft müssen wir das Final Four erreichen.“
„Das Island-Spiel wird nicht in die Geschichte eingehen“, gab Axel Witsel nach Abpfiff zu. „Klar ist aber auch, dass das die schwierigsten Spiele sind. Schlussendlich zählen nur die drei Punkte, und die haben wir geholt. Wir sind allemal zufrieden.“ Nationaltrainer Roberto Martinez sprach zwar ebenfalls von einem komplizierten Spiel, was nicht zuletzt mit dem „schlechten Platz“ zu tun gehabt habe, verfiel dennoch phasenweise ins Schwärmen: „Die Intensität und die Konzentration waren da. Es war eine solide Leistung und die perfekte Reaktion auf die Niederlage gegen England.“ Am Sonntag hatten die Teufel im Wembley-Stadion mit 1:2 verloren. Auch gegen Island gaben sie eine Führung zwischenzeitlich aus der Hand.
Die Roten Teufel haben nun wieder beste Chancen auf das Erreichen der Finalrunde. An der nehmen nach der Gruppenphase die Sieger der Gruppen 1 bis 4 teil. „Wir wollen ins Final Four – des Prestiges wegen, aber auch, weil es schön wäre, endlich einen Titel zu gewinnen. Mit dieser Mannschaft müssen wir das Final Four erreichen. Ich denke, dass die Engländer ebenfalls wissen, dass wir die wohl stärkste Mannschaft sind. Wir haben nun (am 15. November, A.d.R.) die Chance, das zuhause zu beweisen – hoffentlich mit Zuschauern. Dann wollen wir uns für die Niederlage revanchieren.“ (tf/belga)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren