Der sogenannte Konzertierungsausschuss, in dem die verschiedenen Regierungen des Landes vertreten sind, hat am Dienstag Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen beschlossen, weil die Infektionszahlen in Belgien wieder rapide ansteigen. Die Maßnahmen sollen zunächst für einen Monat, also bis zum 9. November einschließlich, gelten. Das Problem aus Sicht der Regierungen: Nicht nur die Infektionszahlen steigen (zu) stark an, sondern auch die Anzahl der Krankenhauseinweisungen. Einige spezialisierte Krankenhäuser in Großstädten hätten die Belastungsgrenze wieder erreicht, hieß es.
Der neue Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) und der neue föderale Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) gaben die neuen Regelungen am Dienstagnachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz mit den Regierungschefs der Regionen (Flandern, Brüssel und Wallonie) bekannt.
Man wisse, so hieß es, dass die Bevölkerung „müde“ sei, jedoch seien die Maßnahmen wichtig, um einen zweiten Lockdown zu verhindern, um die Schulen geöffnet zu lassen, um die Risikogruppen zu schützen und um das Gesundheitsweisen von einer Überlastung zu schützen.
Ab dem kommenden Freitag (9. Oktober) gelten unter anderem folgende Regeln:
- Kneipen und Cafés müssen im ganzen Land um 23 Uhr schließen.
- In Kneipen und Cafés dürfen sich nicht mehr als vier Personen (außer Familie) an einem Tisch versammeln (sowohl drinnen als auch draußen).
- Bei spontanen Zusammenkünften (auf der Straße) sind nur noch maximal vier Personen erlaubt.
- Außerdem gilt die Empfehlung, die Abstandsregeln verstärkt zu befolgen und engen Kontakt (ohne Abstand) zu anderen Menschen möglichst zu begrenzen. Idealerweise sollte man nicht zu mehr als zu drei „externen Personen“ (außerhalb der Familie bzw. mit den Menschen, mit denen man unter einem Dach lebt) engen Kontakt haben.
- Zudem gilt die Empfehlung für Betriebe, soweit wie möglich auf das Mittel der Heimarbeit („Homeoffice“) zurückzugreifen.
Keine Veränderungen gibt es dagegen vorerst für Restaurants und professionell organisierte Feste mit Catering (Hochzeiten, Geburtstage,...). Auch die Situation in den Schulen oder für Sport- und Kulturaktivitäten bleibt unverändert. (sc)

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