Seit Monaten können wir sowohl in Belgien, als auch in unseren Nachbarländern, immer wieder die Ampelfarben umspringen sehen. Zugegeben: um die Lage in örtlich begrenzten Regionen innerhalb des Landes zu bewerten, mag dieses System ja durchaus Sinn ergeben. Aber auf intereuropäischer Ebene ist es nichts anderes als die Ignoranz unserer europäischen Werte. Warum muss man die Länder nach Farben sortieren, statt endlich nach europäischen, länderübergreifenden Lösungen zu suchen. Ja es gibt noch Grenzen und diese sind auch heute noch mehr als nur Linien auf der Weltkarte. Aber wir Ostbelgier sind und wurden schon immer von unserer grenzüberschreitenden Kultur geprägt. Egal ob man Berufspendler ist, Familie, Freunde oder den Lebensgefährten im grenznahen Ausland hat oder schlichtweg ein Mensch ist der den europäischen Gedanken und die damit einhergehende „Grenzenlosigkeit“ liebt und lebt – die meisten von uns leben hier als würde es keine Grenzen mehr geben. Shopping in Roermond, ein netter Abend in Aachen oder mal eben ein Ausflug nach Luxemburg – all das war und ist für uns im Dreiländereck keine Besonderheit und genau so sollte es auch bleiben. Natürlich ist auch mir klar, dass wir zu diesen besonderen Zeiten keine absolute Normalität verlangen können. Doch ob wir nun hier Abstand halten, auf unsere Hygiene achten und Masken tragen oder eben wenige Kilometer entfernt, hinter der Grenze, macht doch praktisch keinen Unterschied. Daher hoffe ich wirklich sehr, dass sich mehr Politiker auf die europäischen Werte zurückbesinnen. Jene Werte, die uns als deutschsprachige Belgier seit Jahrzehnten unser „unbeschwertes“ Leben ermöglichen. Dem anti-europäischen Ampelchaos muss endlich ein Ende gesetzt werden.
Rot, Grün, Orange – oder eine Schande für das europäische Leitbild
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