„Die Bilder aus 2020 zeigen, wie Schafe geworfen werden, wie die Tiere die Schlachtung ihrer Artgenossen miterleben und wie ein Schaf bei vollem Bewusstsein an der Schlachtlinie zu hängen scheint“, erklärte die Animal-Rights-Kampagnenkoordinatorin Els van Campenhout.
Dabei sei die wichtigste Bestimmung der europäischen Verordnung über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung, dass „bei der Tötung und damit zusammenhängende Tätigkeiten die Tiere von jedem vermeidbarem Schmerz, Stress und Leiden verschont werden“. Dies sei in Zele aber nicht der Fall, so Animal Rights: „Wenn man sich die Bilder aus Zele ansieht, wird klar, dass selbst diese Mindestregeln nicht eingehalten werden; dass es bei Mitarbeitern und Managern kein Interesse zu geben scheint, den Tieren jeden vermeidbarem Schmerz, Stress und Leiden zu ersparen.“
Die Schafe seien bereits vor der Schlachtung mit dem Blut von anderen geschlachteten Tieren bedeckt, möglicherweise sogar Blut von Familienmitgliedern. Sie könnten sehen, hören und riechen, wie die anderen sterben, während sie darauf warten, dass sie an die Reihe kommen. „Man sieht, wie sich die Schafe gegenseitig auf den Rücken klettern, um so weit wie möglich vom Schlachtort wegzukommen“, so Van Campenhout: „Das muss für diese Tiere sehr stressig sein.“
Schafe würden ferner grob an ihrem Fell gepackt und hochgehoben. In der EU-Verordnung hieße es aber: „Es ist verboten, Tiere an Kopf, Ohren, Hörnern, Beinen, Schwanz oder Vlies zu heben oder zu ziehen oder sie so zu handhaben, dass ihnen Schmerzen oder vermeidbare Leiden zugefügt werden.“ Animal Rights hat darüber hinaus weitere Vergehen festgestellt. So würden die Tiere nicht nur gewaltsam herumgeworfen, sondern auch die Betäubungsprozedur nicht korrekt eingehalten.
Die Tierschutzorganisation werde diese neuen Bilder bei den Behörden einreichen, insbesondere bei der flämischen Tierschutzinspektion und FAVV, heißt es in einer Pressemitteilung. Außerdem werde man offiziell Beschwerde einreichen.
Animal Rights hat bereits in den Schlachthöfen von Tielt, Izegem, Hasselt und Torhout gefilmt. Der Schlachthof Moerbeko ist der fünfte Schlachthof, in dem die Organisation Missbräuche auf Film festhalten konnte. Sie fordert die Schließung all dieser Schlachthöfe.
Außerdem organisiert Animal Rights am 6. Oktober eine Demo vor dem Schlachthof Moerbeko. (red/mv)

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