Schade nur, dass der belgische Staat es in diesen 100 Jahren nicht geschafft hat - vielleicht auch nicht schaffen wollte - seine 1920 neu hinzugekommenen deutschsprachigen Mitbürger den anderen Belgiern gleichzustellen. Dabei wäre das doch seine ureigenste Aufgabe gewesen. Vor über 50 Jahren wurde die deutsche Sprache zwar offiziell den anderen Landessprachen gleichgestellt, wir Deutschsprachige den anderen Belgiern aber leider nicht, stattdessen wurden wir der Wallonischen Region einverleibt. Es ist schon eine seltsame Auffassung von Föderalisierung, wenn die eine Körperschaft (Wallonische Region) in die andere (Deutschsprachige Gemeinschaft) hineinregiert, denn wenn man schon eine Föderalisierung auf den Weg bringt, die auf Sprachgemeinschaften aufbaut, dann sollten diese einander auch gleichgestellt sein. Es ist kaum anzunehmen, dass diese Schieflage im belgischen Staatsgefüge bis zum nächsten Jubiläum, wenn Belgien im Jahre 2030 sein 200-jähriges Bestehen feiert, beseitigt sein wird, trotz aller Bemühungen unsererseits, denn beim Föderalstaat ist der politische Wille hierzu nicht auszumachen.
100 Jahre Zugehörigkeit zu Belgien B
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