„Das ist etwas, was normalerweise die kongolesischen Streitkräfte tun würden“, fügte er hinzu. Unklar sei, wie lange dieser Schutz geplant sei. „Wir hatten hier seit vier Monaten keine Sicherheit in einer von Gewalt geplagten Region.“
Mukwege hatte 2018 gemeinsam mit der irakischen Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad den Friedensnobelpreis für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt erhalten. Der 65-Jährige gilt als weltweit führender Experte für die Behandlung von Verletzungen durch Gruppenvergewaltigungen. Als Menschenrechtler setzt er sich zudem auf politischer Ebene dafür ein, Vergewaltigungen als Kriegswaffe ein Ende zu setzten. Schon früher hatte Mukwege Todesdrohungen erhalten, er überlebte zudem 2012 ein Mordanschlag.
Das UN-Menschenrechtsbüro hatte sich bereits vergangene Woche besorgt über seine Sicherheit geäußert. „Sein Leben scheint stark bedroht zu sein“, erklärte UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet. Jüngst habe der 65-jährige Arzt Todesdrohungen in den Sozialen Medien und per Telefon erhalten. Sie folgten demnach auf Mukweges Kritik an der fortwährenden Tötung von Zivilisten im Osten des Kongos und Menschenrechtsverletzungen in der Unruhe-Region.
Mukwege ist Gynäkologe. Er gründete Ende der 1990er Jahre ein Krankenhaus in Bukavu (Ostkongo), in dem vor allem Opfer von Vergewaltigungen behandelt werden. Im Ostkongo sind etliche Milizen seit Jahren aktiv. Denen geht es meist um die Kontrolle wertvoller Bodenschätze. Im Kampf gegen die Milizen begehen die Sicherheitskräfte laut Menschenrechtlern auch immer wieder Menschenrechtsverletzungen. (dpa)

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