Sieger in Spa: Hamilton, wer sonst?

<p>Hamilton stellte seinen Teamkollegen Valtteri Bottas wieder in den Schatten.</p>
Hamilton stellte seinen Teamkollegen Valtteri Bottas wieder in den Schatten. | AFP

Ein Kinderspiel war der Start-Ziel-Sieg von Lewis Hamilton eigenen Angaben zufolge aber nicht: Er konnte sich schon früh absetzen, doch zum Schluss musste der 35-Jährige mit seinen abgefahrenen Reifen sehr haushalten. „Gar nicht so einfach, wir hatten Vibrationen und verloren immer mehr Gummi“, analysierte der joviale Brite den wenig spannenden Grand Prix – coronabedingt vor leeren Rängen –, nachdem er seinen schwarzen Silberpfeil im Parc Fermé abgestellt hatte: „Ich wurde nervös. Denn ein Szenario wie in Silverstone wollte ich hier nicht erleben.“ Auch in der 16. Runde war der spätere Sieger kurz beunruhigt. „Mein Motor verliert Power“, funkte er an die Box. Von dort aber kam Entwarnung: „Das ist lediglich das Energie-Management. Jetzt läuft es wieder normal weiter.“

Mercedes brachte seine beiden Autos sicher über die 44 Runden der sieben Kilometer langen Ardennenstrecke. Aber der Finne Valtteri Bottas musste sich erneut mit Rang zwei begnügen: „Nur mit einer extra Motorleistung zu Beginn des Rennens hätte ich Lewis überholen können.“ Diesen Gefallen tat ihm der Kommandostand des Teams allerdings nicht.

<p>Niemand konnte Lewis Hamilton im schwarzen Silberpfeil das Wasser in Spa-Francorchamps reichen.</p>
Niemand konnte Lewis Hamilton im schwarzen Silberpfeil das Wasser in Spa-Francorchamps reichen. | Fotos: belga

Auch Max Verstappen war mit dem dritten Platz nicht sonderlich zufrieden, meinte aber nüchtern: „Besser das als nichts“. Und der Niederländer räumte ein: „Es war ein bisschen langweilig. Wir konnten nicht mit den Mercedes mithalten. Zumal auch wir mit zunehmender Renndauer unsere Sorgen mit den Vorderreifen hatten. Das Gummi ging uns zunehmend aus.“ Er hatte sich übrigens Regen gewünscht, der ihm in seiner Rennstrategie eventuell hätte behilflich sein können. Doch stattdessen blieb bei 19 Grad Lufttemperatur die Bahn unter einem sonnigen bis wolkenverhangenem Himmel trocken.

Ein mächtig auftrumpfender Daniel Ricciardo führte im Renault als Vierter das Mittelfeld an. Und der Australier mit dem ewigen Grinsen im Gesicht lachte sich unter der Maske gehörig ins Fäustchen, denn er fuhr überraschend die schnellste Rennrunde. Dass Renault wieder erstarkt ist, zeigt Position fünf für seinen französischen Teamkollegen Esteban Ocon.

Sebastian Vettel und Charles Leclerq fuhren lediglich auf die Ränge 13 bzw. 14.

Bei Ferrari dagegen ging das Debakel weiter mit den Rängen 13 und 14 für den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel und den monegassischen Vorjahressieger Charles Leclerc. So weit wurden die roten Renner aus Maranello, die eigentlich bessere Ergebnisse gewöhnt sind, noch selten nach hinten durchgereicht. Herzerfrischen bei der Scuderia war lediglich das zwischenzeitliche Duell ihrer beiden Piloten, die sich sogar kurz berührten.

Glück im Unglück hatten die beteiligten Fahrer beim Unfall in der zehnten Runde in der sogenannten Piff-Paff-Kurve: Der Italiener Antonio Giovinazzi verlor die Kontrolle über seinen Alfa-Romeo und rutschte in den Reifenstapel. Der nachfolgende Brite George Russel konnte dem plötzlichen Hindernis nicht mehr ausweichen und prallte ebenfalls in die Streckenbegrenzung. Am Alfa-Romeo hatte sich sogar ein Rad gelöst, was eigentlich nicht passieren sollte. Beide Fahrer blieben unverletzt. Das Safety Car bremste das Feld ein, sodass die Streckenposten die Wracks bergen und die Trümmer von der Fahrbahn räumen konnten.

Die meisten Konkurrenten nutzten die Gunst der Stunde und steuerten die Boxen an, um harte Pirelli aufziehen zu lassen. Doch das war eigentlich zu früh: Deshalb wurde es für fast alle in den letzten Runden ziemlich knapp mit den Reifen.

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