Der Studie zufolge bleiben zwei von drei Personen, die Homeoffice leisten, mehrere Tage in der Woche, und manchmal sogar jeden Tag, zu Hause. Das entlastet logischerweise den Verkehr auf den belgischen Straßen. Auf dem Höhepunkt der Eindämmungsmaßnahmen ging laut der regionalen Straßenbehörde in der Wallonie der Autoverkehr zu Spitzenzeiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent zurück.
Aber nicht nur dieses neue Verhältnis zur Arbeit erklärt das Umdenken vieler Belgier hinsichtlich seines Mobilitätsverhaltens. Ein weiteres Element ist die starke Zunahme des Kaufs von Fahrrädern, oftmals auch von E-Bikes. Die Verkaufssteigerung in diesem Jahr beträgt 300 Prozent bei Fahrrädern, erklärt die Vereinigung der belgischen Fahrradhändler.
„Dieser Wunsch, die Verkehrsmittel zu wechseln, ist ein bedeutender Trend, der alle soziodemographischen Schichten in Belgien durchzieht: die Jungen, die Alten, die Wohlhabenden, die Arbeiterklasse,... Die einzige bemerkenswerte Ausnahme ist, dass dieser Wunsch nach Veränderung eher Stadtbewohner betrifft als Menschen, die in ländlichen Gebieten leben“, bemerkt Antoine Delhaize, Spezialist für Marketing und Kommunikation bei Bisnode.
Während 40 Prozent der Befragten angaben, in ein Fahrrad oder einen Roller investieren zu wollen, denken mehr als 10 Prozent daran, Geld in ein Auto oder Motorrad zu stecken. „Diese Zahlen zeigen uns einfach, dass die Belgier wieder auf eine Form des Eigentums ihrer Transportmittel zusteuern. Aus praktischen Gründen. Wir können uns aber auch vorstellen, dass die Coronakrise eine wichtige Rolle bei der Enttäuschung der Belgier über die öffentlichen Verkehrsmittel (Maskenpflicht, A. d. R.) spielt“, analysiert Delhaize. Eine Annahme, die durch einen Bericht von Deloitte Global vom vergangenen Monat bestätigt wurde. Demnach planen 43 % der Belgier, ihre Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in den nächsten drei Monaten einzuschränken. (belga/mv)

Kommentare
Also durch Homeoffice sinkt nicht nur der Verkehr, auf dauer wird auch Wohnraum in den Ballungszentren enstehen. (Weniger Bedarf für Bürokomplexe = mehr Platz für Wohnraum)
Und das mehr Menschen an eigene Autos denken, liegt vielleicht auch ein wenig daran, das Firmenwagen steuerlich nicht mehr so interessant sind.
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