Celeval kritisiert die „lasche“ Haltung in Brüssel

<p>In der Hauptstadt gilt seit letztem Mittwoch eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum.</p>
In der Hauptstadt gilt seit letztem Mittwoch eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. | Foto: belga

Gegenüber der Tageszeitung „De Tijd“ kritisiert die nationale Evaluierungseinheit die „lasche“ Haltung der Politik im Kampf gegen den unsichtbaren Feind. Nur auf eine Maskenpflicht zu bauen, sei einfach unzureichend, um das Virus gezielt eindämmen zu können „Wir haben den Eindruck, dass die Brüsseler Verantwortlichen der Meinung sind, dass es neben der Maskenpflicht keine weiteren Maßnahmen benötige, um die Situation zu verbessern“, gab der Virologe Steven Van Gucht, der der Celeval-Gruppe vorsteht, zu verstehen.

Für den Brüsseler Ministerpräsidenten Rudi Vervoort sei es indes zu früh, um zusätzliche bzw. strengere Corona-Einschränkungen zu initiieren. „Die Maskenpflicht wurde erst vor fünf Tagen eingeführt. Das ist einfach nicht lang genug, um die Auswirkungen auf die Ausbreitung des Virus wirklich abschätzen zu können“, ließ der PS-Politiker am Montag über ein Sprecher verlauten. Ob und wann in Brüssel die Stellschraube angezogen wird, ließ Vervoort erst einmal offen. Er wolle auf jeden Fall erst einmal die nächste Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates, der am kommenden Donnerstag tagt, abwarten. „Vorher passiert hier nichts.“

Sciensano, das Institut für Volksgesundheit, stuft die Lage in Brüssel derweil als bedrohlich ein. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde ist dort die Zahl der Infektionen im Vergleich zum Rest des Landes in den letzten Tagen am deutlichsten gestiegen. Auch deshalb sei es wichtig, die Menschen gekonnt davon zu überzeugen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, fordert Celeval. Vor allem in den ärmeren, dicht besiedelten Vierteln der Stadt müsste eine gezielte Kommunikation betrieben werden, um die Leute zu sensibilisieren. (belga/calü)

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