Wegen Antikörpertests: Lütticher Unternehmen zieht gegen den Staat vor Gericht

<p>Wegen Antikörpertests: Lütticher Unternehmen zieht gegen den Staat vor Gericht</p>
Foto: belga

Wie die Wirtschaftszeitung „L'Echo“ am Mittwoch berichtet, hat ZenTech inzwischen eine einstweilige Verfügung gegen den Föderalstaat erlassen, um ausstehende Zahlungen geltend zu machen.

Zum Hintergrund: Der belgische Föderalstaat hatte im April ZenTech damit beauftragt, 3,6 Millionen Corona-Antikörpertests zu produzieren. Die Kosten für die Großorder beliefen sich auf knapp 20 Millionen Euro. Nachdem die Bluttests von der Universität Lüttich (ULiège) erfolgreich erprobt worden und vom föderalen Amt für Arzneimittel (FAMHP) offiziell zugelassen worden sind, machte sich ZenTech ans Werk und legte mit der Massenproduktion los. Die ersten Tests, also rund 200.000 Stück, waren Ende April fertig. Im Mai folgten dann 800.000 weitere Test, im Juni 250.000.

Anfang Juli setzte die Föderalregierung aber zur Rolle rückwärts an: Der zuständige Minister Philippe De Backer (Open VLD) ließ in den Medien anklingen, dass man den Auftrag annullieren und neu verhandeln wolle. Als Grund für den Sinneswandel nannte De Backer in erster Linie neue Erkenntnisse rund um die Tests: Analysen hätten gezeigt, dass die Antikörper nach einigen Monaten verschwinden würden. Dadurch wäre der Nutzen der Tests schlussendlich nicht wirklich groß, da sich damit nicht genau herausfiltern lasse, wer hierzulande mit dem Coronavirus infiziert war und wer nicht. Für die bereits produzierten Tests hat der Staat allerdings bis dato keinen Cent auf das Konto von ZenTech überwiesen. Das Unternehmen habe darüber hinaus wochenlang versucht, Kontakt mit dem Staat aufzunehmen, heißt es. Am Montagabend habe man plötzlich ein Schreiben erhalten, indem die Regierung darum bittet, den Vertrag im September neu zu verhandeln. Für die Unternehmensleitung Grund genug, vor das das Gericht Erster Instanz in Lüttich zu ziehen, um ihre bisher getätigten Ausgaben einzufordern. Nach Angaben von ZenTech sind für die Herstellung der Tests nämlich bereits Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro entstanden. (belga/calü)

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Kommentare

  • .. typisch Staat, wenn man von dem etwas bekommen will, mur man schopn wie hier vor Gericht ziehen... eine Privatperson würde da schnell zur Kasse gebeten und mit Haftstrafen gedroht...

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