Online-Rückreiseformular ab heute Pflicht

<p>„Fundamental“ im Kampf gegen Corona: das Online-Rückreiseformular (Ausschnitt).</p>
„Fundamental“ im Kampf gegen Corona: das Online-Rückreiseformular (Ausschnitt).

Die Regelung mit dem Online-Formular ist nicht nur verwirrend, sondern auch Gegenstand zunehmender Klagen von Belgiern im Ausland vor allem über technische Probleme mit dem Dokument, das in den drei Landessprachen und in Englich abgerufen werden kann: Die Seite mit dem Formular lässt sich nicht laden, das System blockiert beim Absenden des ausgefüllten Dokuments, oder die Bestätigungsmail (mit dem nötigen QR-Code) bleibt aus. Andere haben Schwierigkeiten, die gewünschten Daten einzutragen.

Das besagte Rückreise-Dokument ist nicht neu, es ist im Grunde genommen eine Erweiterung des Verfahrens, das vor einiger Zeit für Passagiere eingeführt wurde, die aus einer Region mit einer Epidemie, z.B. Ebola, zurückkehrten. Ziel war es, alle Passagiere schnell kontaktieren zu können, wenn in demselben Flugzeug oder Schiff ein infizierter Patient saß, erläutert Gino Claes, Leiter von Saniport (belgische Gesundheitspolizei für den internationalen Verkehr). „Das englischsprachige Formular wurde für den Kampf gegen die Corona-Pandemie verbessert und in die drei Landessprachen übersetzt.“ Es ist online verfügbar unter travel.info-coronavirus.be/de sowie auf der Website des Außenministeriums (www.diplomatie.be).

Jeder, der, ob mit Flugzeug, Schiff, Zug, Bus oder Auto, nach Belgien reist oder zurückkehrt, ist gesetzlich verpflichtet, das Formular auszufüllen. Und zwar binnen 48 Stunden vor der Ankunft in Belgien. Eine Internetverbindung ist Voraussetzung. „Das Dokument kann wenige Stunden oder bis zu zwei Tage vor der Ankunft ausgefüllt werden, nicht aber drei oder vier Tage vorher“, betonte Claes. Der Reisende muss persönliche Daten, das letzte Aufenthaltsland, die Aufenthaltsdauer und das Reisemittel (bei einer Flugreise die Nummer des Fluges und des Sitzplatzes) angeben. Sobald das Formular (per Klick auf „Daten senden“) elektronisch verschickt ist, erhält der Reisende als Beleg einen QR-Code. Flugreisende müssen diesen beim Boarding vorlegen – andernfalls wird ihnen das Einsteigen verweigert. Wer nicht in der Lage ist, das Formular online auszufüllen, muss (per Direktlink) auf die Druckversion ausweichen, die zurzeit allerdings nur in Englisch verfügbar ist. Dieses Dokument muss ausgefüllt an die dort angegebene Adresse gemailt werden.

Lediglich Personen, die sich weniger als 48 Stunden auf belgischem Boden aufhalten oder nach einem Aufenthalt von weniger als zwei Tagen im Ausland nach Belgien zurückkehren, müssen das Formular nicht ausfüllen. Diese Ausnahme gilt jedoch nicht für diejenigen, die mit dem Flugzeug oder Schiff reisen.

Wozu dient das Rückreiseformular eigentlich? Es ist nämlich auch verpflichtend bei einer Rückreise aus einer sogenannten grünen Zone, in die uneingeschränktes Reisen möglich ist. Aber die Situation vor Ort kann sich sehr schnell ändern, und eine grüne Zone kann von einem Tag auf den anderen in eine orange (Reisen unter Vorbehalt) oder rote (Reisen verboten) umgewandelt werden. „Mithilfe des ausgefüllten Formulars kann ein Reisender direkt und amtlich informiert werden für den Fall, dass ein Gebiet Code rot erhält“, erläutert Gino Claes. „Er erhält dann alle notwendigen Informationen, um sich selbst und seine Familie zu schützen. Zudem werden bei öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zug oder Flugzeug alle Passagiere informiert, wenn ein Mitreisender positiv auf Covid-19 getestet wurde.“

Wer aus einem Risikogebiet (rote Zone) in Belgien ankommt, erhalte eine Textnachricht mit der Aufforderung, in Quarantäne zu gehen und den Arzt zu kontaktieren, so der Saniport-Chef weiter. „Anschließend erhalten sie eine zweite Textnachricht mit einem Kupon, mit dem Sie einen Test durchführen lassen können. Fällt dieser Test positiv aus, wird sich die regionale Gesundheitsbehörde mit ihnen in Verbindung setzen, um die Kontaktpersonen zu ermitteln. Jeder, der mit dem gleichen Transportmittel gereist ist, wird kontaktiert.“ Diese Maßnahme sei verbindlich, „sie ist fundamental, wenn wir diese Epidemie eindämmen wollen.“ Die Daten der Reisenden werden 28 Tage bei Saniport aufbewahrt. Anschließend werden sie vernichtet, versichert Claes.

Übrigens: Auf der Karte des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist nicht mehr nur Flandern, sondern ganz Belgien als „orange Zone“ (mehr als 20 Kontaminationen pro 100.000 Einwohner während zwei Wochen) eingetragen.

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