Eifeler US-Airbase Spangdahlem verliert durch Truppenabzug 5.000 Personen

<p>Blick auf die US-Airbase in Spangdahlem: 5.000 Personen würden die Eifel verlassen.</p>
Blick auf die US-Airbase in Spangdahlem: 5.000 Personen würden die Eifel verlassen. | Foto: input-aktuell

Das bedeutet für Spangdahlem, dass 5.000 Personen die deutsche Eifel verlassen. Dazu käme auch noch der befürchtete Verlust von deutschen Arbeitskräften. US-Soldaten, die eigentlich nach Spangdahlem kommen sollten, werden demnach nicht in der Eifel stationiert, und zudem werde eine F16-Kampfstaffel ihren neuen Standort in Italien haben. Baumholder ist von der Maßnahme nicht betroffen. Auch verlegen die USA-Streitkräfte ihr Europa-Hauptquartier von Stuttgart nach Mons (siehe dazu auch GrenzEcho von Donnerstag, Seite 3). Insgesamt sind in Deutschland rund 36.000 US-Soldaten stationiert.

„Die heute verkündete Entscheidung der US-Regierung ist ein schwerer Schlag. Der Großteil des Flughafengeländes wird von den Amerikanern aufgegeben. Das trifft die gesamte Region mit besonderer Härte. Dieser Tag ist ein schwarzer Tag für unsere gesamte Region. Der Abzug des F16-Geschwaders wird tiefe Wunden hinterlassen: Über 800 zivile Arbeitsplätze hängen an der Airbase, über 11.000 US-Amerikaner leben hier. Das ist für viele Bürger eine persönliche Katastrophe. Und auch für die Kommunen eine enorme Herausforderung“, meinte der Eifeler Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder (CDU) aus Arzfeld am Mittwoch. „Besonders ärgerlich: Diese Entscheidung bringt keinen militärischen Vorteil oder sonstigen Nutzen, weder für die US-Amerikaner, noch für die NATO, schon gar nicht für Deutschland. Das ist purer Wahlkampf des US-Präsidenten Donald Trump, der auf Kosten der deutsch-amerikanischen Freundschaft und auf Kosten der Menschen in meiner Heimatregion auf Stimmenfang geht. Offiziell steht die Entscheidung noch unter dem Vorbehalt des US-Kongresses, und wir werden alles daran setzen, hier noch einmal ins Gespräch miteinander zu kommen“, fügte er CDU-Politiker hinzu.

„Doch unabhängig davon sind jetzt die Landesregierung und die Bundesregierung aufgefordert, die Menschen in der Eifel zu unterstützen. Ich erwarte, dass die Auswirkungen des Truppenabzugs für die Region durch zielgenaue Maßnahmen abgefedert werden. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat bereits in Aussicht gestellt, die freiwerdenden Flächen schnellstmöglich für die Ansiedlung von Unternehmen freizugeben. Gefordert ist jetzt aber auch die Landesregierung." Auch der Eifelkreis-Landrat Dr. Joachim Streit ist besorgt: „Der Truppenabzug der US-Streitkräfte trifft auch Rheinland-Pfalz. In der Pressekonferenz des US-Militärs wurde Spangdahlem zwar nicht namentlich genannt, jedoch war vom Abzug einer F16-Staffel die Rede, die in Spangdahlem stationiert ist. Die Air Base Spangdahlem liegt an der Nahtstelle von Eifelkreis und Kreis Bernkastel-Wittlich. Deutschland müsse jetzt sofort handeln und die Bestellung der 30 F18-Kampfflugzeuge („Super Hornet“) des amerikanischen Herstellers Boeing stornieren.

„Es war schon nicht besonders klug von der Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer bei der Bestellung der Flugzeuge in Amerika nicht sofort mit der US-Regierung über die weitere Stationierung der Truppen in Deutschland und auch in Rheinland-Pfalz zu verhandeln. Es wäre eine noch größere Dummheit, jetzt nicht Präsident Trump zu zeigen, dass wir auch Amerika wirtschaftlich treffen können. Insgesamt zeigt es sich, dass in Deutschland auch bei der Frage von wirtschaftlichen Militärausgaben strategischer gedacht werden muss.“ (boß)

Kommentare

  • Ja Eifel against USA.
    30 Hornets stornieren, da könnte bei 20-25% Einfuhrzölle auf Deutsche Automobile aber schnell aus dem Stirn bieten ein Stirnrunzeln werden. Hat Trump vielleicht ein neues Virus Wirtschaftskrieg ausgelöst. Hoffentlich gibt es in der Eifel keinen Hotspot.

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