„Ein Großteil der Arbeitnehmer arbeitet seit dem Ausbruch des Virus wesentlich öfters von zu Hause aus. Dort ist ihre digitale Umgebung allerdings in den meisten Fällen nicht so gut geschützt wie an ihrem Arbeitsplatz im Büro“, erklärt Olivier Bogaert, seines Zeichens Polizeikommisar bei der Sonderkommission für Computerkriminalität (Federal Computer Crime Unit, kurz FCCU). Die Hacker hätten dementsprechend leichtes Spiel, um diverse Daten illegal abgreifen zu können. Neben ungesicherten Wifi-Zugängen würden auch nicht aktualisierte Antiviren-Softwaren den Kriminellen in die Hände spielen.
Um sich vor möglichen Schäden abzusichern, haben einige User den Weg zu einer Versicherungsagentur gesucht. „Ja, die Nachfrage nach Policen ist gestiegen“, sagt Assuralia-Direktor Wauthier Robyns, dem Berufsverband der Versicherungsunternehmen in Belgien. Zum Abschluss von Verträgen komme es allerdings nur selten, da das Risiko eines Hackerangriffs ziemlich hoch sei und die Versicherer dieses nicht wirklich einschätzen bzw. nachzuvollziehen könnten.
Im Zuge der Corona-Pandemie habe laut FCCU darüber hinaus das sogenannte Phishing zugenommen. Hierbei handelt es sich um eine Art Internetbetrug, bei dem Opfer getäuscht werden, um an ihre Daten, wie beispielsweise die des Online-Bankings, zu kommen.
Die Cyberkriminalität ist in Belgien aber nicht nur seit Corona auf einem Hoch. Schon vor dem Ausbruch der Pandemie waren Hacker mehr am Werk als sonst. Das geht aus aktuellen Zahlen der FUCC hervor. Demnach seien im letzten Jahr insgesamt 32.943 Fälle von Cyberkriminalität registriert worden –– im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 29,2 Prozent. (belga/calü)

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