Chinas Super League startet nach Corona mit virtuellen Fans

<p>Marouane Fellaini darf ab Samstag wieder aufs Feld.</p>
Marouane Fellaini darf ab Samstag wieder aufs Feld. | Foto: imago

Obwohl in der Volksrepublik die Pandemie bereits seit Monaten weitestgehend unter Kontrolle gebracht wurde und es kaum noch Infektionen gibt, ließen sich die Behörden viel Zeit mit der Entscheidung, grünes Licht auch für den Fußball zu geben. Somit können ab Samstag auch Marouane Fellaini (Shandong Luneng) und Mousa Dembélé (Guangzhou) wieder auf den Platz zurückkehren. Fellaini war im März positiv auf das Coronavirus getestet, ins Krankenhaus eingeliefert und später in Quarantäne gesteckt worden. Die 1.870 neuesten Tests bei Spielern und Verantwortlichen fielen jedoch alle negativ aus.

Dass es nun los geht mit der Liga, bedeutet jedoch nicht, dass Fans auch wieder in die Stadien strömen können. Die Regeln, an die sich der chinesische Fußballverband halten muss, sind strenger, als es bei der Bundesliga der Fall war. Die Stadien bleiben erstmal auch in China leer. Zudem wird die Liga nur zentral in zwei Städten ausgetragen, nämlich in den chinesischen Metropolen Dalian und Suzhou. Jeweils acht Teams der Liga sind an beiden Orten in Hotels untergebracht und von der Öffentlichkeit komplett abgeschirmt. Erst nach einer separat in beiden Städten ausgetragenen Vorrunde, treten die Finalisten in einer Endrunde gegeneinander an. Für Spieler gilt eine strikte Ausgangsperre. Treffen mit der Familie sind tabu. Nicht einmal Essen dürfen sie sich eigenständig in ihre Hotels liefern lassen.

„Es ist zwar hart für viele Spieler, dass sie ihre Frau nicht sehen können. Aber wer nicht spielt, verdient auch kein Geld“, sagt der chinesische Spielerberater Wang Xiao. „Wenn es wieder Spiele gibt, gibt es auch wieder ein Geschäft“, betont auch Liu Yi, Generalsekretär des chinesischen Fußballverbandes, im Interview mit Staatsmedien. Vor allem die Einnahmen durch TV-Übertragungsrechte sprudeln nun wieder für die angeschlagenen Vereine.

Die Stadien bleiben zwar leer, dennoch hat sich die Liga einiges einfallen lassen, um die Spiele zumindest im Fernsehen für die Fans zu einem Erlebnis zu machen. Um eine bessere Atmosphäre für die Fernsehzuschauer zu schaffen, soll ein Augmented-Reality-System installiert werden, das die leeren Tribünen mit virtuellen Zuschauern füllt. Zudem sollen die Übertragungen mit in früheren Spielzeiten aufgezeichneten Fan-Gesängen aus den Stadien unterlegt werden.

Um die Atmosphäre für die Spieler zu verbessern, werden bei Toren thematische Vereinsvideos auf riesigen Bildschirmen in Stadien abgespielt. Fans können vorher abstimmen, zu welchen Songs ihre Spieler einlaufen. Auch hat der chinesische Fußballverband ein virtuelles Heim- und Auswärtssystem erdacht. Die zwei Vorrunden-Stadien werden abwechselnd im Stil der jeweils spielenden Mannschaften dekoriert. Verbandschef Liu gibt zu, dass nun alles „nicht ganz wie gewohnt“ sei. Aber immerhin sei es eine enorme Verbesserung im Vergleich zu der düsteren Stimmung, die vor einigen Monaten herrschte, als viele Klubs um ihre Zukunft kämpften. (dpa/tf/belga)

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