Kein einheitliches Erscheinungsbild: Olivier Libois kritisiert die Diversität von Polizeiuniformen

<p>Olivier Libois hat sich kritisch zu der Diversität von Polizeiuniformen, die hierzulande herrscht, geäußert.</p>
Olivier Libois hat sich kritisch zu der Diversität von Polizeiuniformen, die hierzulande herrscht, geäußert. | Foto: belga

Der Beamte der lokalen Polizei hat bei der Frage nach dem perfekten Outfit die Qual der Wahl. Ob auf dem Drahtesel, zu Fuß oder doch klassisch motorisiert: Die lokale Polizei hat für jeden Anlass das passende Kleidungsstück. Komforttechnisch ein absolutes Plus, in Sachen Ausstrahlung dagegen ein Minus. Denn bei den unterschiedlichen Uniformen herrscht aktuell wenig Homogenität. Das sagt zumindest Olivier Libois, Vizepräsident der lokalen Polizeizonen, der sich für ein einheitliches Erscheinungsbild der Beamten stark macht.

„In den letzten 20 Jahren wurden verschiedene Materialien entwickelt. Gleichzeitig sind auch immer wieder neue Kleidungsstücke für uns erschienen“, gibt Libois gegenüber der Tageszeitung „L´Avenir“ zu verstehen. Einige Zonen hätten auch „individuelle“ Initiativen ergriffen, um den Bedürfnissen in ihrem Einzugsgebiet gerecht zu werden. Infolgedessen habe sich der „Look“ der lokalen Beamten gewandelt bzw. differenziert. „Wir sollten das Ganze aber vereinfachen, denn wenn ein Polizist irgendwie gekleidet ist, lässt er sich nicht mehr richtig als ein solcher erkennen“, meint Libois. Darüber hinaus sei es für den Ordnungshüter nicht immer einfach, sich Respekt zu verschaffen.

Auch in den Reihen der föderalen Polizei wurde beobachtet, dass sich in den vergangenen Jahren eine „gewisse Ungleichheit in der Ausstattung zwischen den Einheiten“ gebildet habe.

Um diesem Problem entgegenzuwirken hat sich Olivier Libois, der vor Kurzem in der Kammer von der Kommission für „Justiz und Inneres“ zur Gewalt gegen Ordnungshüter befragt wurde, dafür ausgesprochen, die Beamten mit einheitlichen Uniformen auszustatten.

Bei seinem Vorhaben ist Libois, der auch als Chef der Zone Namur agiert, aber auf den Support seiner Kollegen der föderalen Polizei angewiesen. Zum einen muss die modische Standardisierung auf beiden Seiten erfolgen, also sowohl auf lokaler als auch föderaler Ebene, zum anderen ist die föderale Polizei dafür zuständig, alle Ordnungshüter im Land ordnungsgemäß auszustatten.

Die Chancen auf eine schnelle „Typveränderung“ sind laut „L´Avenir“ allerdings nicht besonders rosig. Die finanzielle Situation lasse nämlich aktuell wenig Spielraum für Veränderungen, so das wallonische Blatt. Darüber hinaus habe das einheitliche Bild der Beamten aktuell keine Priorität bei der Politik.

Hierzulande sind rund 38.000 Polizeibeamte im Dienst – etwa 26.000 davon sind bei der lokalen Polizei aktiv. (belga/calü)

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