Die Coronakrise drückt immer mehr Menschen in die Armut. „Im letzten Jahr holten sich etwas weniger als 170.000 Menschen monatlich ein Lebensmittelpaket. Im Juni stieg diese Zahl auf 195.000“, sagt Jef Mottar von der Belgischen Föderation der Lebensmittelbanken. Unter den neuen Kunden befinden sich viele Kurzarbeiter. Männer und Frauen, jung und weniger jung, die notgedrungen zu Hause bleiben müssen wegen Corona. Menschen, die eigentlich ein gutes Leben führten, aber durch Corona in Schwierigkeiten kamen.
Die Lebensmittelbanken leben in erster Linie von Spenden. Durch die steigende Nachfrage ist jetzt aber zusätzliche Hilfe nötig. „Wenn unser Kundenstamm mit 15 Prozent steigt, muss unser Budget in gleichem Maße steigen“, so Mottar. Er erwartet, dass man den Sommer noch überbrücken kann, dank der großen Solidarität. Mottar fürchtet jedoch, dass diese nachlässt. „Was der Herbst bringen wird, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise erst wirklich spürbar werden, das will ich mir nicht vorstellen. Wir brauchen deshalb weiterhin Spenden von Unternehmen und Privatpersonen“.

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