Neuer Hingucker am Büchel in Aachen

<p>Das Parkhaus Büchel in der Aachener Innenstadt ist bis zu seinem Abriss „verpackt“. Hier soll ein völlig neues Viertel entstehen.</p>
Das Parkhaus Büchel in der Aachener Innenstadt ist bis zu seinem Abriss „verpackt“. Hier soll ein völlig neues Viertel entstehen. | Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Mit dem 30. Juni endete die jahrzehntelange Nutzung des Parkhauses Büchel als Pkw-Abstellort endgültig. „Für uns ist das ein Wendepunkt. Denn mit dem heutigen Tag endet das Sondierungsverfahren. Die Einreichungen machen uns schon heute Hoffnung, dass hier wirklich ein neues Stück Stadt entstehen kann“, sagte die städtische Beigeordnete für Planung, Bau und Mobilität, Frauke Burgdorff, bei der Vorstellung des vorübergehend verpackten Parkhauses in dieser Woche.

Mit dem 1. Juli haben Stadt und die städtische Tochter SEGA (Stadtentwicklungsgesellschaft) das Gebäude übernommen und geschlossen. „Auf diese fast 4.000 Quadratmeter Fläche des Parkhausgrundstücks fokussieren wir uns nun“, erklärte Burgdorff. Von dort aus soll das neue Altstadtquartier wachsen. Parallel liefen zahlreiche weitere Planungen, die das gesamte Büchel-Areal in den Blick nehmen, hieß es.

Für die Gestaltung der temporären Parkhaus-Verpackung ist das Büro „Maurer United“ verantwortlich. Marc und Nicole Maurer sind Gründer der Maastrichter Agentur für Architektur und Stadtplanung. Die SEGA hat die Agentur beauftragt, die Öffentlichkeitsarbeit rund um die aktuelle Gebietsentwicklung am Büchel zu organisieren. „Das Büchel-Parkhaus wird ein halbes Jahr lang geschlossen und gesichert, bevor es abgerissen wird. Wir dachten uns: Lasst uns das Parkhaus nutzen, um zu zeigen, dass hier etwas Neues entsteht“, so Nicole und Marc Maurer. „An allen Bauzäunen haben wir Banner angebracht. Einfache geometrische Formen wie Kreise und Quadrate stehen für Bauklötze, mit denen man hier ein neues Stück Stadt entwickeln kann“, erklärt das Duo.

Die Silhouetten sollen die zukünftigen Nutzer zeigen: Jung und Alt, spielend, lernend, wohnend, arbeitend, lebend. „Wir haben uns dafür entschieden, die Banner schwarz-weiß zu gestalten, damit die Baustruktur des Parkhauses einmal ganz anders wirkt, etwa wie ein brutalistischer Betonbau.“ Insgesamt sind 54 Banner mit einer Gesamtlänge von etwa 200 Metern nötig, um das Parkhaus zumindest vorübergehend einzupacken.

Vielfache Möglichkeiten der Verwendung der Kunststoff-Banner

Ein weiterer Baustein des Verpackungskonzepts sind die vielfachen Verwendungsmöglichkeiten der Kunststoff-Banner. Mit Beginn der Abrissarbeiten Anfang 2021 wandern die Banner samt Bauzäunen, auf denen sie gespannt worden sind, vor den Gebäudekomplex und sichern so die Baustelle. Ist all das geschafft, könnten – so erste Ideen – Tragetaschen aus dem Material entstehen. Der einstige Einfahrtbereich des Parkhauses ist mit Holzplatten geschlossen worden.

Derzeit verrät dort das große Banner, dass am Büchel die Zeichen der Zeit auf Veränderung stehen. Die Fläche bietet sich in Zukunft für weitere Projekte an. „Wir haben schon konkrete Ideen und werden bald mehr verraten“, so die Beigeordnete. Auch die Zugänge zum Parkhaus in Richtung Nikolausstraße und Mefferdatisstraße wurden so geschlossen, dass ein unbefugter Zutritt zum Parkhaus nicht möglich ist. Zusätzlich hat die SEGA einen Sicherheitsdienst beauftragt, der das Objekt überwacht. Mit Beginn des neuen Zeitalters am Büchel ist parallel die erste Phase des Sondierungsverfahrens „Stadt machen am Büchel“ Ende Juni abgelaufen. „Wir haben viele spannende und auch konkrete Projekteingaben erhalten“, freut sich Frauke Burgdorff über die gute Resonanz. „Diese werten wir nun aus, nehmen mit den potenziellen Stadtmacherinnen und Stadtmachern Kontakt auf und werden uns zum Ende des Sommers zusammensetzen, um dann weiter ausloten zu können, wie wir gemeinsam die Zukunft am Büchel gestalten können.“ (red)

Wer ein konkretes Projekt hat – sei es als Investor, als Kreative, als Mieter, als Mitgestalterin – kann sich weiterhin melden. Infos: www.buechel-aachen.de
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