Wurde ein Kalb in Thirimont von einem Wolf gerissen?

<p>Wurde ein Kalb in Thirimont von einem Wolf gerissen?</p>
Foto: dpa

„Es ist zwei Wochen her, als wir die Herde auf eine andere Wiesen bringen wollten: Ein Rind, die vor Kurzem ihr Kalb auf die Welt gebracht hatte, wollte sich nicht bewegen“, erzählte die Besitzerin des Bauernhofs, der sich direkt am Eingang des Dorfes Thirimont befindet, gegenüber „Vedia“. „Da entdeckten wir das anderthalb Monate alte Kalb, das auf dem Boden lag.“ Das Kalb wurde angegriffen und ausgeweidet. Organe wie die Lunge und das Herz fehlten, was oft auf den Angriff eines Wolfes hindeutet.

„Ich habe eine Person kontaktiert, die sich mit Wölfen auskennt, aber sie wollte nicht hierher kommen, wahrscheinlich weil Sonntag war. Sie sagte mir, dass es wahrscheinlich ein Hund gewesen ist“, fuhr sie fort. Erst am Montagmorgen habe man ihr geraten, das „Netzwerk Wolf“ („Réseau loup“) oder den DNF des Öffentlichen Dienstes der Wallonie zu benachrichtigen, um eventuelle Spuren zu analysieren, wie zum Beispiel Zahnabdrücke am Hals. „Ich wusste, dass Wölfe töten, indem sie sich an den Hals der Tiere klammern, bevor sie die Innereien verschlingen“, sagte sie. Aber der Kadaver sei bereits vorher ohne ihr Wissen abgeholt worden. Es ist also unmöglich, herauszufinden, ob ein Wolf das Kalb gerissen hat.

In der Folge wurde das „Netzwerk Wolf“ der Wallonischen Region über den Vorfall informiert, der zwar aufgelistet, aber nicht offiziell einem Wolf zugeschrieben werden kann.

Tatsächlich sei am selben Wochenende jedoch ein Wolf in der Nähe von Thirimont von einer anderen Person aus dem Dorf gesehen worden. Ganz sicher sei das aber nicht. Der Wolf ist jedoch kein Unbekannter in unserer Gegend. Seit zwei Jahren lebt ein Wolf namens Akela im Venn. Und Anfang dieses Jahres wurden in der Gemeinde Weismes Spuren einer Wölfin gefunden.

Wie kann man als Züchter seine Herde denn vor Wölfen schützen? „Man kann Elektrozäune zum Schutz der Herden ausleihen. Wir haben einen in Herbiester in der Gemeinde Jalhay aufgestellt, wo zwei Mutterschafe im Abstand von einigen Monaten gerissen wurden. Hierbei handelte es sich tatsächlich um den Angriff eines Wolfes“, erklärt Vinciane Schockert, Projektleiterin des Wolfsplans der Wallonischen Region. „Ich möchte nochmal daran erinnern, dass der Wolf eine geschützte Art ist, und dass er ängstlich ist. Er greift den Menschen nicht an und jagt nur, um sich zu ernähren. Ziel des Wolfsplans ist auch die Entmystifizierung dieser Spezies, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Menschen beinahe ausgerottet wurde.“ (alno)

Kommentare

  • Sehr geehrter Herr Dujardin, wie recht Sie haben!!

  • kein Wolfsrudel würde jemals auf einer Viehweide das anrichten was der Mensch mit seinem Schlachtvieh in genehmigten Schlachthöfen anrichtet um möglichst billigen Fleischkonsum für sich selbst zu ermöglichen.

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