Nach Angaben des flämischen Blattes fanden im April und Mai des letzten Jahres in Belgien 142 Organtransplantationen statt. In diesem Jahr fällt die Ausbeute wesentlich geringer aus. Denn 2020 wurden in den besagten Monaten „nur“ 54 Eingriffe an Lungen, Herzen, Nieren und Lebern vorgenommen. Das entspricht einem Rückgang um rund 62 Prozent.
Besonders bemerkbar macht sich der Schwund bei den Nierentransplantationen. Wurden 2019 in den Monaten April und Mai noch 68 durchgeführt, waren es 2020 „lediglich“ 17.
Wie „Het Belang van Limburg“ berichtet, ist infolge der weltweiten Corona-Pandemie in Belgien auch die Anzahl an Organspendern zurückgegangen. Während im letzten Jahr in dem genannten Zeitraum noch 51 Menschen als Spender infrage kamen, waren es in diesem Jahr „nur“ 28.
Als Gründe für die Rückgänge bei den „Organverpflanzungen“ führt Luc Colenbie, seines Zeichens Transplantations-Koordinator an der Universitätsklinik Gent, eine zeitweilige Schließung der belgischen Transplantationszentren, die zuletzt nur für Notfälle geöffnet wurden, ins Feld. „Transplantationen werden auf Intensivstationen durchgeführt, und die waren in den letzten Wochen weitestgehend mit Covid-Patienten belegt oder wurden für mögliche Fälle freigehalten. Kapazitäten für eine Transplantation gab es da nicht“, erklärt Luc Colenbie.
Bei den Spendern habe indes das hohe Infektionsrisiko eine große Rolle gespielt. Alleine 10 Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, seien kurzfristig nicht mehr als Spender infrage gekommen.
Was die kommenden Wochen und Monate angeht, ist Luc Colenbie positiv gestimmt. Er gehe davon aus, dass die hiesigen Kliniken angesichts der schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen ihren Betrieb langsam wieder hochfahren werden. (belga/calü)

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