Verbände fordern Verlängerung von Zug-Abos

<p>Verbände fordern Verlängerung von Zug-Abos</p>

Mitte März beschloss der Nationale Sicherheitsrat ein Verbot von nicht existenziellen Fahrten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Weil viele Unternehmen auf Homeoffice umstellten, reduzierte die SNCB daraufhin ihr Angebot erheblich. Seit Anfang des Monats wurden die Beschränkungen schrittweise gelockert, und die SNCB hat ihr Angebot erneut erweitert. Allerdings fahren die Züge zur Hauptverkehrszeit nach wie vor nicht. Und auch für die Rückerstattung von Abonnements gelten weiterhin die allgemeinen Verkaufsbedingungen. Nach Ansicht der Fahrgastverbände und der Verbraucherschutzorganisation ist dies „eindeutig unzureichend“.

„Wir fordern die SNCB erneut auf, in Absprache mit der Föderalregierung außergewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen, um Abonnements, sowohl für Züge als auch für Parkplätze, zu erstatten oder zu verlängern. Wir fordern außerdem eine Verlängerung der Gültigkeit von Zehnerkarten und dem RailPass bis zum 31. August“, heißt es. „Wir sind uns der Auswirkungen auf den Haushalt der SNCB bewusst, aber es ist nicht Sache der Fahrgäste, die Kosten zu tragen. Der Einkommensverlust der SNCB muss von der Regierung ausgeglichen werden.“

Da inzwischen wieder mehr Menschen den Zug als Fortbewegungsmittel nutzen, fordern die Organisationen auch die Wiedereinführung der Züge zur Hauptverkehrszeit. „Dies ist notwendig, um die Fahrgäste in den Zügen besser zu verteilen und ihnen mehr Alternativen für ihre Reisen zu bieten“, heißt es darin.

Die SNCB wehrt die Forderung ab: Außerordentliche Maßnahmen zur Rückerstattung oder Verlängerung von Abonnements stünden derzeit nicht zur Debatte. „Die Rückerstattung kann zu den üblichen Bedingungen erfolgen“, sagt der Sprecher Dimitri Temmerman. Die Gültigkeit von Zehnerkarten wurde inzwischen bis Ende Juni verlängert.

Was die Spitzenzüge betrifft, weist die Bahngesellschaft auf die immer noch sehr niedrige Auslastung hin. „Während der Spitzenzeiten liegt die durchschnittliche Auslastungsrate derzeit bei neun Prozent. Wenn die Zahl der Passagiere stark ansteigen würde, wären wir bereit, die Forderung zu überdenken“, sagt der Sprecher. Auf dem gesamten Eisenbahnnetz zählt die SNCB aktuell durchschnittlich rund 181.000 Fahrgäste pro Tag. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zur Ausgangssperre, aber immer noch viel weniger als die 900.000 Passagiere, die den Zug vor der Coronakrise nutzten. (belga)

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