Das Leben als ESK-Freiwillige in der Coronakrise ist nicht immer einfach

<p>Für viele Jugendliche, die einen Freiwilligendienst im Ausland oder hier in Ostbelgien verrichten, ist die Zeit der Coronakrise nicht einfach.</p>
Für viele Jugendliche, die einen Freiwilligendienst im Ausland oder hier in Ostbelgien verrichten, ist die Zeit der Coronakrise nicht einfach. | Foto: Jugendbüro

Sie unterstützen Schulen und soziale Einrichtungen sowie deren Zielpublikum, Schüler und Bewohner. Sie übernehmen verschiedene Aufgaben und bringen durch ihre Persönlichkeiten frischen Wind und neue Ideen in die Einrichtungen. Das Coronavirus beeinflusst auch ihre Lebenssituation, berichten Freiwillige, die für ein Jahr in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ihren Freiwilligendienst absolvieren.

„Es ist eine Zeit der Ungewissheit und der Fragen. Für uns Freiwillige in der DG heißt es derzeit: Warten. Warten auf Antworten, warten darauf, ob wir in unseren Projekten weitermachen können und wann dies sein wird. Wir alle verbringen unsere Zeit anders, ob in Eupen im Homeoffice oder zu Hause bei unseren Familien“, heißt es dazu.

„Den Sieben von uns, die nach Hause gefahren sind, fehlt vor allem ein strukturierter Alltag und das Gefühl, durch ihre Arbeit eine Aufgabe zu haben. Dadurch, dass die meisten an Schulen arbeiten, fällt auch die Möglichkeit des Homeoffice weg. Wir sind alle stetig mit unseren Organisationen in Kontakt, welche sehr bemüht sind, uns mit Aufgaben zu versorgen. Auch das Jugendbüro sowie unsere Betreuer in unseren Heimatländern sind für uns da. Durch die allgemeine Ungewissheit können wir nur abwarten und hoffen, dass wir bald wieder nach Eupen, Hauset, St.Vith und Manderfeld zurückkommen können“, fügen sie hinzu. Yigit, ein Freiwilliger aus der Türkei, konnte mit dem letzten Flugzeug zurück in seine Heimat fliegen. Wegen der strengen Ausgangsbeschränkungen ist es ihm aber nicht möglich, weiter zu seiner Familie zu fahren.

Für zwei Italienerinnen war es dagegen zu spät, nach Hause zu fahren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Alleinsein konnten sie fröhlichere Gedanken fassen und das gute Wetter nutzen. Dabei hat Eleonora das Glück, im Homeoffice arbeiten zu können. Trotzdem fehlt ihr der Kontakt mit ihren Kolleginnen. Auch Joy ist in Eupen geblieben und arbeitet wie gewohnt im Asylbewerberheim „Belle-Vue“ weiter, naturgemäß unter Einhaltung der Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Effektiv hat sie sogar mehr Aufgaben, da Schulen bis vor Kurzem komplett geschlossen waren und andere Aktivitäten weggefallen sind. Von heute auf morgen ist die Welt auf den Kopf gestellt worden. Von einer Woche, voll mit Arbeit, Ausflügen und Hobbys, mussten sich die Jugendlichen verabschieden. Auch wenn die Situation sehr belastet, „ist uns bewusst, dass die Lage ernst ist und wir alle an einem Strang ziehen müssen. Trotzdem bleiben wir positiv, denn man sieht sich immer zweimal im Leben“, sagen die Jugendlichen.

Jugendliche von 18 bis 30 Jahren gehen für zwei Monate bis zu einem Jahr ins Ausland.

Die erwähnten Freiwilligen arbeiten für die folgenden Organisationen: Zentrum für Förderpädagogik (Vanessa, Charlotte, Dora, Nur), Dabei VoG (Yigit), Info-Integration (Eleonora), Staatsarchiv Eupen (Marie), Gemeindeschule Hauset (Emilia), Empfangszentrum für Asylbewerber „Bellevue“ (Joy) und Manderfeld sowie Rat der deutschsprachigen Jugend (Annika). Das Europäische Solidaritätskorps (kurz ESK) ermöglicht jungen Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren für zwei Monate bis zu einem Jahr ihre Solidarität durch freiwilliges Engagement zum Ausdruck zu bringen und so Einrichtungen zu unterstützen und Erfahrungen fürs Leben zu sammeln. Dies soll ihre Selbstständigkeit fördern und ihnen ermöglichen, neue Kompetenzen zu erlernen, welche ihnen für ihre berufliche Zukunft zu Gute kommen. Alle Informationen rund um den Freiwilligendienst gibt es im Infotreff Eupen und im Jugendbüro. (red)

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