Child Focus berichtet von zehn neuen Fällen pro Tag

<p>Unbegleitete ausländische Minderjährige finden Zuflucht im Brüsseler Ortsteil Forest.</p>
Unbegleitete ausländische Minderjährige finden Zuflucht im Brüsseler Ortsteil Forest. | Foto: belga

Child Focus berichtet, dass 2019 knapp 1.300 neue Fälle von vermissten Kindern und 1.586 Fälle sexueller Ausbeutung von Minderjährigen bearbeitet wurden, darunter 1.414 Berichte über Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch, die über Webseite www.stopchildporno.be übermittelt wurden.

Nachdem in Ermangelung einer Kommunikationskampagne zu dieser Art von Bildern zu Beginn des Jahres 2019 ein Rückgang der Zahl der Berichte zu verzeichnen war, hat sich die Zahl der Berichte nach der November-Kampagne mehr als verdoppelt. „Leider sehen wir derzeit aufgrund des Lockdowns wieder ein starkes Wachstum des Phänomens“, erklärt die Organisation.

Berichte über weggelaufene Kinder machten 65 Prozent der Fälle von vermissten Kindern aus. Die Stiftung bearbeitete 992 Fälle von Ausreißern, darunter 816 neue Berichte im Jahr 2019. In 235 Fällen wurde das Verschwinden als „beunruhigend“ eingestuft, da der Jugendliche unter 13 Jahre alt war, eine körperliche oder geistige Behinderung hatte, Medikamente benötigte, in Gefahr war oder ein Verhalten zeigte, das völlig im Widerspruch zu seinem normalen Verhalten stand.

Internationale Kindesentführungen durch die eigenen Eltern (im Jahr 2019 waren 905 Kinder betroffen) haben im Vergleich zum Vorjahr um etwa die Hälfte zugenommen. Dabei handelt es sich oft um sehr kleine Kinder. In 72 Prozent der Fälle ist die Mutter die Täterin der Entführung, und Frankreich ist das präferierte Ziel.

Darüber hinaus erhielt Child Focus 113 neue Berichte über vermisste unbegleitete ausländische Minderjährige und bearbeitete insgesamt 318 Fälle. Da diese Kinder besonders schwer zu finden sind, nimmt die Zahl der noch offenen Fälle dieser Art von Jahr zu Jahr zu.

Knapp 50 Berichte über Prostitution von Minderjährigen

Obwohl die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in Belgien nach wie vor ein verborgenes und komplexes Phänomen ist, über das oft nicht berichtet wird, erhielt Child Focus im vergangenen Jahr dennoch 47 Berichte über eine tatsächliche oder mutmaßliche Prostitution von Minderjährigen. Zuhälter von Jugendlichen agieren wie Menschenhändler und misshandeln ihre Opfer und setzen sie verschiedenen Formen von Gewalt (physischer oder psychischer Art) aus, bevor sie sie in der Prostitution ausbeuten.

Child Focus berichtet, dass es über seine „Safer Internet Helpline“ (116.000) 267 neue Fälle eröffnet hat. Dabei geht es in 78 Prozent der Fälle über einen Angriff auf die sexuelle Integrität des Minderjährigen. Die Stiftung stellt fest, dass die Jugendlichen im Falle eines Problems schneller Kontakt mit der Organisation knüpfen, ein „positiver Trend“, den Child Focus insbesondere mit der Sensibilisierungsarbeit in den Schulen und der Thematisierung dieser Phänomene in der Presse in Verbindung bringt.

Schließlich begrüßt die Organisation den Erfolg von Präventionsinitiativen. In der Tat steigt die Zahl der Freiwilligen, die eine Ausbildung in Schulen durchführen, und die Zahl der i-Coaches (Präventionsfachleute in Gemeindeverwaltungen und bei der Polizei), die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, jedes Jahr. Auch die Schulungen zu sicherem Surfen im Internet durch Mitarbeiter von Partnerfirmen wird laut Child Focus immer erfolgreicher. (belga)

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