Der Studie zufolge wird die politische Haltung des flämischen Volkes zur Zukunft Belgiens beeinflusst durch sein Verhältnis zur Kollaboration und Amnestie für Kollaborateure. In der Tat wurden Kollaborateure in einem Teil der niederländischsprachigen Bevölkerung in der Vergangenheit als Opfer einer anti-flämischen Aktion dargestellt. Kollaboration und Unterstützung für die Amnestie werden als moralischer und akzeptabler als bei den frankofonen Landsleuten beurteilt. Für Letztgenannte sind Kollaborateure generell Kriminelle und Verräter.
75 Jahre nach dem Ende des Konflikts neigen diejenigen in Flandern, die Amnestie am meisten befürworten und Kollaboration als tolerierbar empfinden, dazu, die Option einer zukünftigen Spaltung des Landes zu unterstützen. Diese Tendenz findet sich auch bei jüngeren Menschen, so die Studie. Während 43,3% der Flamen bei den letzten föderalen Wahlen im Mai 2019 für Parteien mit separatistischen Tendenzen (N-VA oder Vlaams Belang) gestimmt haben, will die Mehrheit dieser Wähler trotzdem nicht, dass Belgien gespaltet wird, sondern wünschen sich, im Gegenteil, ein geeinteres Land. Ein Votum für Parteien mit separatistischen Tendenzen bedeutet daher nicht unbedingt, dass der Wähler die Spaltung Belgiens unterstützt.
Die Umfrage wurde unter 922 Belgiern durchgeführt: 377 Flamen und 545 Wallonen.
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