Brüsseler Innenstadt soll Tempo-20-Zone werden – Vorfahrt für Fußgänger und Radfahrer

<p>Die Mobilität in Brüssel ist immer wieder Anlass für Diskussionen.</p>
Die Mobilität in Brüssel ist immer wieder Anlass für Diskussionen. | Foto: belga

Laut Bürgermeister Philippe Close (PS) und dem Mobilitätsschöffen Bart Dhondt (Ecolo-Groen) soll die Maßnahme die Einhaltung der sozialen Distanzierung erleichtern, vor allem in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte, wo die Bürgersteige sehr schmal sind. Die Entscheidung, es im gesamten Herzen der Stadt anzuwenden, sei durch den Wunsch nach Klarheit motiviert. Der Brüsseler Stadtrat will auch den Bois de la Cambre bis zum Beginn des Sommers oder sogar noch darüber hinaus für Autos geschlossen halten.

„Das ist ein gefährlicher Medientrick. Wenn zum Zeitpunkt des Lockdowns über neue Treffpunkte gesprochen wird, besteht die Gefahr, dass die Menschen nach draußen strömen. Das Stadtzentrum darf nicht zu einem Ort für Massenversammlungen und Spaziergänge werden, wie der Bois de la Cambre nach der einseitigen Entscheidung des Bürgermeisters, ihn zu schließen, geworden ist“, reagierte der Oppositionspolitiker David Weytsman (MR) gegenüber der Nachrichtenagentur belga.

In seinen Augen braucht Brüssel eine Mobilitätsstrategie, die zwischen der Region und den Kommunen vereinbart wird und die den Lockerungen und der Rückkehr ins Arbeitsleben vorgreift. Es muss alles getan werden, um eine Überlastung der öffentlichen Verkehrsmittel zu verhindern. Zu diesem Zweck wird es notwendig sein, die sanfte Mobilität auf strategischen Achsen, die zu den Beschäftigungsgebieten hin konvergieren, auf der Ebene der gesamten Hauptstadtregion besser zu berücksichtigen. Es geht um die Fließbewegung von Fahrrädern und Autos sowie den Respekt vor den Regeln der sozialen Distanzierung, und nicht um eine Ermutigung für die Brüsseler, sich im Zentrum zu versammeln, so Weytsman.

Wie er war auch Didier Wauters (CDH) skeptisch und stellte insbesondere die Einhaltung der 20km/h-Grenze durch alle in Frage. „Die Tatsache, dass Fußgänger auf den Straßen gehen können, während der Autoverkehr sogar auf 20km/h verlangsamt wird, erscheint mir rücksichtslos, ja sogar gefährlich... Und die Tatsache, dass auch Straßenbahnen und Busse auf 20 km begrenzt sind, scheint in Bezug auf die Mobilität eher problematisch zu sein“, kommentierte Wauters. (belga/mv)

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