Jeder sechste Test in den Altenheimen ist positiv

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Bei einem Personalmitglied eines Altenheims wird ein Abstrich genommen. | Foto: Photo News

Die jüngsten Zahlen im Einzelnen:

Am Dienstag wurden 283 neue Todesfälle gemeldet: 103 Patienten starben im Krankenhaus (bestätigte Corona-Infektionen) und 179 in den Alten- und Pflegeheimen (Verdachtsfälle).

Insgesamt sind in unserem Land bis dato 4.440 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben: 51 Prozent der Todesfälle ereigneten sich in einem Krankenhaus (bestätigte Fälle), 46 Prozent in einem Altenheim (meist Verdachtsfälle).

Es gab 250 neue Krankenhauseinweisungen. Gleichzeitig konnten 239 Patienten das Krankenhaus genesen verlassen. Insgesamt wurden bis dato 6.868 Personen aus dem Krankenhaus entlassen. Derzeit liegen 5.536 Covid-19-Patienten in belgischen Krankenhäusern.

Auf den Intensivstationen liegen 1.204 Corona-Patienten (minus 22). 889 von ihnen werden künstlich beatmet (minus 26).

Bei 13.434 Tests wurden 2.454 neue Infektionsfälle identifiziert, davon 1.837 bei Tests in Altenheimen (10.871 Tests) und 617 über das klassische Labor-Netzwerk. Mit anderen Worten: Jeder sechste Test (17 %) in den Altenheimen (Personal und Bewohner) ist positiv. Insgesamt wurden in Belgien bislang 128.132 diagnostische Test durchgeführt.

Der Virologe Marc Van Ranst erklärte am Dienstagabend im flämischen Fernsehen, dass derzeit fast jeder Todesfall in einem Altenheim als Tod eines Covid-19-Patienten gezählt wird. „Dies ist eine Einschätzung des behandelnden Arztes, der feststellt, ob Covid-19 zum Tod beigetragen hat“, erläuterte dazu der Virologe Steven Van Gucht bei der Vorstellung der Zahlen. Es gebe drei Kriterien: ein Ausbruch im Altenheim, das Vorhandensein von Symptomen und ein positiver Test. Wenn diese drei Kriterien erfüllt sind, handelt es sich um einen bestätigten Covid-19-Todesfall. Meist fehlt im Altenheim der positive Test, weshalb es sich um einen Verdachtsfall handelt. „Es ist möglich, dass die Zahl der Fälle überschätzt wird“, sagt Van Gucht.

„Wenn wir uns die Entwicklung der Krankenhauseinweisungen ansehen, stellen wir fest, dass der Höhepunkt der Infektionswelle wahrscheinlich Anfang April erreicht wurde. Seitdem ist die Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäuser zurückgegangen", erläuterte Van Gucht. Abermals warnte er vor einem neuen Aufflammen des Virus, sollten die Schutzmaßnahmen nicht strikt eingehalten werden. „Das Virus ist weiterhin im Umlauf, es ist noch nicht verschwunden.“ Der Virologe hofft, dass die erhöhte Mobilität während des Osterwochenendes keine Auswirkungen haben wird. „Aber das werden wir erst in zwei Wochen sehen.“

Es werden immer mehr Studien über Antikörper und Immunität durchgeführt. Laut Van Gucht werden Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, eine gewisse Immunität entwickeln, und die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Krankheit erneut bekommen, ist gering. „Es ist möglich, dass nach einer Infektion noch Partikel über die Nase ausgeschieden werden können, und zwar bis ein oder zwei Monate nach der Genesung von der Infektion", sagt er. „Aber klinisch oder in Bezug auf die Infektiosität ist das nicht so wichtig.“ Menschen können sich ein zweites Mal mit dem Virus infizieren, aber laut Van Gucht werden sie nicht ernsthaft daran erkranken. (gz)

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