Studie zur Coronakrise: Motivation der Belgier lässt leicht nach

<p>Ein Sinnbild für die Krise: Seit Mitte März sollen die Belgier auf Abstand zueinander gehen.</p>
Ein Sinnbild für die Krise: Seit Mitte März sollen die Belgier auf Abstand zueinander gehen. | Foto: belga

Seit dem 14. März gelten infolge der Corona-Pandemie hierzulande feste Regeln. Das Gebot der Stunde: zu Hause bleiben und Kontakte vermeiden. Wer raus muss – zum Beispiel zum Einkaufen –, soll zu anderen Personen mindestens 1,5 Meter Abstand halten und allgemein gilt, regelmäßig Händewaschen. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, riskiert eine Geldstrafe.

Zustände, die den Belgiern einiges abverlangen. Während zu Beginn der Maßnahmen die Bereitschaft der Bevölkerung relativ groß war (81 Prozent), ist sie nach Angaben einer Studie der UGent mittlerweile aber etwas abgeebbt. „Die Motivation zur Einhaltung der Maßnahmen ist ganz leicht gesunken – und zwar bei Jung und Alt“, erklärt Uni-Professor Maarten Vansteenkiste der Tageszeitung „Het Nieuwsblad“.

Laut der UGent, die für ihre Analyse 10.000 Menschen befragte, sind inzwischen „nur noch“ 76 Prozent der Belgier bereit, die Regeln, die der Eindämmung des neuartigen Virus dienen, zu befolgen.

Den Rückgang begründet Maarten Vansteenkiste mit der zeitlichen Länge der auferlegten Isolation. Gleichzeitig gebe es aber auch zu wenig Perspektiven. „Wann werden die Schulen wieder geöffnet? Kann ich bald wieder zur Arbeit gehen? Werde ich zeitnah meine Enkelkinder wieder sehen können? Es werden zurzeit einfach keine konkreten Entscheidungen getroffen, die die Menschen dazu motiviert, durchzuhalten“, so der Psychologe.

Was die Menschen dazu antreibt, die Anti-Corona-Maßnahmen der Föderalregierung trotz der angeführten Unsicherheit einzuhalten, hat unterschiedliche Gründe“, wie Maarten Vansteenkiste erklärt. Einige würden die Regeln freiwillig befolgen, andere wiederum nur, um Kritik oder Strafen zu vermeiden. Diese Unterschiede seien indes wichtig, um voraussagen zu können, „inwieweit wir uns in Zukunft an die Maßnahmen halten werden“, sagt Maarten Vansteenkiste.

Eine entscheidende Wirkung darauf habe laut dem Uni-Professor die Art und Weise der Kommunikation. „Je mehr Druck die Menschen spüren, desto mehr Widerstand gibt es und desto schneller spielen sie nicht mehr mit.“ Gleichzeitig müsse die Bevölkerung aber auch von der Notwendigkeit der Regeln überzeugt bleiben. Die Devise: Aufklärung. „Es muss einfach besser erklärt werden, warum wir das Ganze gerade machen, und das immer und immer wieder“, wird Maarten Vansteenkiste in „Het Nieuwsblad“ zitiert. (belga/calü)

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